• <b>Roger Bonvin</b><br>Der Bundespräsident am 3. September 1967 in Sitten. Foto von  Roland Schlaefli (Schweizerisches Nationalmuseum, Actualités suisses Lausanne). Auf dem jährlichen Ausflug der Schweizer Botschafter, der jeweils im Kanton des Bundespräsidenten stattfindet: Bonvin, im Gespräch mit Willy Spühler (im hellen Anzug), führt die Gruppe der Bundesräte zur Burg Valeria.

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Bonvin, Roger

geboren 12.7.1907 Icogne, gestorben 5.6.1982 Sitten, kath., von Icogne, Lens, Chermignon und Nendaz. Sohn des Pierre-Auguste, amtl. Geometers, und der Adeline geb. Lamon. ∞ 1) 1935 Cécile Haenni (gestorben 1941), 2) 1944 Charlotte Hilarides, Holländerin. Kollegien in Sitten und Einsiedeln, 1932 Bauingenieur an der ETH Zürich. 1932-34 Ingenieur beim Bau der ersten Dixence-Staumauer, 1935 bei der Abteilung für Landestopographie, 1936-43 im Baudep. des Kt. Wallis, 1943-49 Leiter des kant. Amts für den Schutz der Arbeiternehmer, 1949-55 Ingenieur beim Bau des Staudamms Mauvoisin. Ab 1948 konservativ-christlichsozialer Gemeinderat von Sitten (1955-62 Präs.), 1955-62 Nationalrat, 1957-62 Walliser Grossrat. 1962-73 Bundesrat (1962-68 Finanz- und Zolldep., 1968-73 Verkehrs- und Energiewirtschaftsdep. EVED, 1967 und 1973 Bundespräs.). Seine grösste Leistung als Leiter des Finanzdep. war die 1968 institutionalisierte Finanzplanung. Als EVED-Vorsteher setzte sich B. mittels der Definition eines umfassenden Energiebegriffs für den Interessenausgleich zwischen Wirtschaft und Umweltschutz ein. Aus Gründen der nationalen Sicherheit befürwortete er die Diversifikation der Energiequellen und förderte v.a. das umweltfreundl. Erdgas sowie die damals neu aufgekommene Kernenergie. In der Verkehrspolitik scheiterte B. am sog. Gotthardkreuz: Beim Bau des Furka-Basistunnels, einer Ost-West-Achse für die Eisenbahn, führten die grossen techn. Schwierigkeiten zu enormen Kreditüberschreitungen (mehr als 100% der 1970 gutgeheissenen Summen), was in Polemiken und Anschuldigungen gegenüber B. und dem Projektleiter resultierte. Obwohl sich diese im Nachhinein als unbegründet erwiesen, überschatteten sie den Ruhestand B.s, der bereits zurückgetreten war, als die "Furka-Affäre" platzte. Aufgrund seines Einsatzes für die Bergkantone blieb B. im Wallis sehr populär. Oberst.

<b>Roger Bonvin</b><br>Der Bundespräsident am 3. September 1967 in Sitten. Foto von  Roland Schlaefli (Schweizerisches Nationalmuseum, Actualités suisses Lausanne).<BR/>Auf dem jährlichen Ausflug der Schweizer Botschafter, der jeweils im Kanton des Bundespräsidenten stattfindet: Bonvin, im Gespräch mit Willy Spühler (im hellen Anzug), führt die Gruppe der Bundesräte zur Burg Valeria.<BR/>
Der Bundespräsident am 3. September 1967 in Sitten. Foto von Roland Schlaefli (Schweizerisches Nationalmuseum, Actualités suisses Lausanne).
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Archive
– AEV, Nachlass
Literatur
– Altermatt, Bundesräte, 512-517

Autorin/Autor: Georges Andrey / SK