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No 12

Moos, Ludwig von

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geboren 31.1.1910 Sachseln,gestorben 26.11.1990 Bern, kath., von Sachseln. Sohn des Konstantin, Stationsvorstands, und der Elisabeth geb. Ackermann. Enkel des Nikolaus ( -> 17). ∞ 1939 Helena Regina Durrer, Tochter des Zeno Durrer. M. besuchte das Kollegium in Sarnen, studierte ab 1930 Rechtswissenschaften in Freiburg und erwarb bereits 1933 das Lizentiat. Während des Studiums gehörte er dem Schweiz. Studentenverein und ab 1937 den Jungkonservativen an. 1933-59 wirkte er als Gemeindeschreiber und 1934-46 als Gemeinderat von Sachseln, den er 1941-46 präsidierte. 1935-42 war er nebenamtl. Redaktor des "Obwaldner Volksfreunds". Er sass 1941-42 im Obwaldner Kantonsrat und wurde 1943 ins Obergericht berufen, dessen Vizepräsident er bis 1946 war. Ebenfalls 1943 erfolgte im Alter von nur 33 Jahren die Wahl in den Ständerat, dessen Mitglied er bis 1959 blieb. Er stand der kath.-konservativen Fraktion vor. 1954 reichte er die Motion ein, welche die Aufhebung der konfessionellen Ausnahmeartikel in der Bundesverfassung verlangte. 1946 wurde er Obwaldner Regierungsrat, wo er 1946-50 als Justiz-, 1948-59 als Polizeidirektor wirkte. 1953, 1955, 1957 und 1959 war er Landammann des Kt. Obwalden. Als erster Vertreter der Urschweiz wurde M. 1959 in den Bundesrat gewählt, den er 1964 und 1969 präsidierte und aus dem er 1971 ausschied. In seine Amtszeit als Vorsteher des Justiz- und Polizeidepartements fielen u.a. 1961 die Beschränkung des Immobilienerwerbs durch ausländ. Personen (sog. Lex von Moos), die Jurafrage, versch. Revisionen des Schweiz. Zivilrechts, die gesetzl. Regelung des Verwaltungsverfahrens und 1971 die Einführung des Frauenstimmrechts auf eidg. Ebene. Nach der Veröffentlichung des Zivilverteidigungsbuchs 1969 wurde M. heftig kritisiert. Man warf ihm zu Unrecht seine angebl. Sympathien für den Frontismus in den 1930er Jahren vor. 1946-59 war er Verwaltungsrat (1956-59 Präs.) der Obwaldner Kantonalbank und 1954-59 (1957-59 Vizepräs.) der SBB. 1957-59 sass er im Schulrat der ETH Zürich. 1972-77 präsidierte er die Eidg. Natur und Heimatschutzkommission, 1972-82 den Verein Verkehrshaus der Schweiz, 1972-82 den Hochschulverein Freiburg. 1964 erhielt er den Ehrendoktor der Univ. Freiburg.


Literatur
– Altermatt, Bundesräte, 494-499

Autorin/Autor: Roswitha Feusi Widmer