• <b>Max Weber</b><br>Fotografie, um 1950 (Schweizerisches Sozialarchiv) © KEYSTONE/Photopress.

No 75

Weber, Max

geboren 2.8.1897 Zürich, gestorben 2.12.1974 Bern, ref., von Zürich. Sohn des Friedrich, Lehrers, und der Ida Barbara geb. Schrämli, Arbeitslehrerin. ∞ 1920 Sophie Margaretha Pfenninger. Matura in Zürich, 1916-19 Rechts- und Volkswirtschaftsstud. in Genf, 1919 Dr. rer. cam. und Primarlehrerpatent in Zürich. Studienaufenthalte in Paris, London und den USA. 1922-26 Redaktor der "Volksstimme" in St. Gallen, 1926-40 Redaktor und volkswirtschaftl. Mitarbeiter beim SGB in Bern. 1931 wegen Dienstverweigerung zu acht Tagen Gefängnis verurteilt und aus der Armee ausgeschlossen. Der von Leonhard Ragaz beeinflusste W. wurde beim SGB zum Begründer einer wissenschaftlich fundierten gewerkschaftl. Wirtschaftspolitik, Schöpfer der Kriseninitiative von 1935 und Mitinitiant der Richtlinienbewegung. Sein Ziel, den SGB gegenüber den Einzelgewerkschaften zu stärken, führte zum Konflikt mit Smuv-Sekr. Konrad Ilg. 1941-44 war W. Zentralsekr. und Präs. der Gewerkschaft Bau und Holz und gleichzeitig Vorstandsmitglied des SGB, 1944-51 vollamtl. Präsident des Verbands Schweiz. Konsumvereine. Er wirkte als Sekr. der Schweiz. Arbeiterbildungszentrale und als Präs. der 1946 von ihm gegr. Stiftung Schweizer Arbeiterschule. 1924-26 amtierte er als SP-Grossrat in St. Gallen, 1939-51 und 1959-71 als Berner Nationalrat. 1951 wurde er in den Bundesrat (Finanzdep.) gewählt, trat aber 1953 nach dem Scheitern seiner Bundesfinanzordnung zurück. An der Univ. Bern hatte W. 1948-51 einen Lehrauftrag für Sozialpolitik und Genossenschaftswesen und 1956-66 für Finanzpolitik, an der Univ. Basel 1954-66 für Volkswirtschaftstheorie. 1956-74 war er nebenamtl. Wirtschaftsredaktor der "Berner Tagwacht". Er förderte den Beitritt der Schweiz zum Europarat und war ab 1961 parlamentar. Beobachter sowie 1963-68 Mitglied der beratenden Versammlung des Europarats. Als "Marktsozialist" befürwortete er aktive staatl. Konjunktursteuerungsmassnahmen und war Wegbereiter für den Konjunkturartikel von 1978. Er prägte auch Programm und Linie der SPS, die in den 1950er und 60er Jahren endgültig vom Klassenkampf Abschied nahm.

<b>Max Weber</b><br>Fotografie, um 1950 (Schweizerisches Sozialarchiv) © KEYSTONE/Photopress.<BR/>
Fotografie, um 1950 (Schweizerisches Sozialarchiv) © KEYSTONE/Photopress.
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Archive
– ASGB, Biogr. Datenslg.
– Sozarch, Nachlass
Literatur
Alt Bundesrat Prof. Dr. Max W. zum 60. Geburtstag am 2. Aug. 1957, hg. von W. Keller, 1957 (Werkverz.)
– M. Hohl, Gegner, Konkurrenten, Partner, 1988, 251
– Altermatt, Bundesräte, 452-457

Autorin/Autor: Christoph Zürcher