Erklärung von Bern (EvB)

Die E. ist eine parteipolitisch und konfessionell unabhängige Organisation für solidar. Entwicklung mit Sekretariaten in Zürich und Lausanne. Sie entstand 1968 aus dem Zusammenschluss von Unterzeichnern eines Manifests, mit dem eine Gruppe von Theologen gegen die wachsenden Wohlstandsunterschiede zwischen der Ersten und der Dritten Welt protestierte. Als Vertreter der sog. Dependenztheorien setzten sich die Gründer v.a. für die Beseitigung der Abhängigkeit der Entwicklungs- von den Industrieländern ein (Entwicklungszusammenarbeit). Die E. forderte in Schriften und Informationskampagnen (1976 "Jute statt Plastik", 1997 "Let's go fair - für gerecht produzierte Sportschuhe") die Schaffung von gerechten Handelsbedingungen, thematisierte aber auch Ernährungs- sowie Gesundheitsfragen (Einsatz von Pestiziden, Bio- und Gentechnologie, Medikamentenpolitik). Ausserdem beteiligte sie sich in den 1970er Jahren an der Ausarbeitung des Bundesgesetzes über Entwicklungszusammenarbeit und 1992 am Referendum gegen den Beitritt der Schweiz zum Internationalen Währungsfonds. Die Organisation wird finanziell von ihren - seit Ende der 1970er Jahren ca. 18'000 - Mitgliedern getragen.


Literatur
– R. Spörri, «Der Einfluss der E. auf den Bund», in Von der Entwicklungshilfe zur Entwicklungspolitik, hg. von P. Hug, B. Mesmer, 1993, 550-569
EvB Mgz. 2, 1998

Autorin/Autor: Andrea Weibel