18/12/2007 | Rückmeldung | PDF | drucken

Hochfelden

Polit. Gem. ZH, Bez. Bülach, die das gleichnamige Dorf an der Glattschlaufe bei Bülach und Wilenhof umfasst. 886 Hofelda. 1467 10 Haushalte; 1836 456 Einw.; 1850 563; 1900 529; 1950 515; 1980 928; 2000 1'579. Die Hauptsiedlung H. bezog ihren Namen von einer erhöhten Ackerflur, an deren Rändern noch die Siedlung Wilen und die abgegangenen Weiler Helikon und Bruderhaus lagen. Im 13. Jh. erwarb das Zisterzienserkloster Wettingen Grundbesitz und Mühlen in H., das aber nicht den Status einer Grangie erlangte. Als Teil der habsburg. Grafschaft Kyburg kam H. 1424 zu Zürich bzw. 1442 zum Neuamt. Die niedere und grundherrl. Gerichtsbarkeit übte das Kloster Wettingen aus. In der frühen Neuzeit konnte dieses seine Rechte nicht mehr geltend machen; ein Versuch des Wettinger Abtes, das Gericht in H. zu beleben, schlug Ende des 17. Jh. fehl. Während der Helvetik zählte H. zum Distrikt Bülach. Kirchlich gehört es zu Bülach. Die im "Konstanzer Marchenbuch" von 1370 erwähnte Filialkapelle ging zu einem unbekannten Zeitpunkt ab (Kapellengut bis 1844). Die Gebühren des ersten Einzugsbriefes von 1573 wurden jeweils 1642, 1664 und 1681 verdoppelt. Im 18. Jh. verfügte H. über 450 Jucharten Gemeindewald, davon 250 Jucharten Laub- und 100 Jucharten Eichenwald (Schweinezucht). Um 1790 war schon mehr als ein Viertel der Bevölkerung in der Baumwollspinnerei beschäftigt; mehrere Betriebe wie die Spinnerei Hochfelden oder die Baumwollzwirnerei Hochfelden (1868-1962) siedelten sich am Glattlauf an. Ein Brand zerstörte 1847 Teile des Dorfs. Mit der Glattkorrektion 1975-81, bei der das Flussbett 100 m nach Osten verschoben wurde, erfuhr der Dorfkern eine tief greifende Umgestaltung. Um den Bezug der historischen flussständigen Fassaden zum Wasser zu erhalten, wurde ein Dorfweiher angelegt. Gleichzeitig wurden die Strassen saniert, und nördlich des Dorfes schuf der Kanton künstlich eine naturnahe Flusslandschaft (ca. 8 ha Schutzfläche).


Quellen
SSRQ ZH 2/1
Literatur
– K. Wanner, Siedlungen, Kontinuität und Wüstungen im nördl. Kt. Zürich, 1984, 70-79

Autorin/Autor: Martin Illi