03/02/2011 | Rückmeldung | PDF | drucken

Saint-Louis

Stadt im franz. Dep. Haut-Rhin, nördl. Vorort von Basel. 1684 Saint-Louis, 1793-1815 Bourglibre, 1870-1918, 1940-44 St. Ludwig. 1953 Eingemeindung von Burgfelden, 1958 Angliederung des Ortsteils Neuweg (vorher Gem. Blotzheim) mit dem 1946 gebauten Flughafen Basel-Mülhausen. 1789 328 Einw.; 1851 1'464; 1900 4'018; 1936 7'158; 1946 6'475; 1962 12'231; 1990 19'547; 2010 20'321. S. entstand nach dem Bau der Festung Hüningen (1679-81) als Weiler in der Gem. Neudorf an der Handelsstrasse nach Strassburg. Beschäftigung boten die Landwirtschaft, in der von der 2. Hälfte des 18. Jh. an schweiz. Täufer eine wichtige Funktion einnahmen, und der Verkehr (Wirte, Schmiede, Fuhrleute, Zolleinnehmer). Mit der Einführung des nationalen Zolls wurde S. 1791 ein bedeutender Grenzübergang und 1793, als Michelfelden dazu kam, eine autonome Gemeinde. Seit 1807/08 besitzt es eine eigene Schule. Bevor S. 1827 zur eigenständigen Pfarrei erhoben wurde, gehörte es kirchlich zu Neudorf. 1840 erreichte die Eisenbahn S. und von dort 1844 Basel. Unter dt. Herrschaft nach 1870 erlebte S. eine rasche Industrialisierung v.a. durch Schweizer und Basler Firmen wie die Seidenbandwebereien der Vischer, Sarasin, Vonder Mühll und Linder. Bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jh. kamen weitere Unternehmen dazu (Zigarren, Metall, Maschinen). Für die Grenzgänger, deren Zahl ab den 1880er Jahren stieg, verkehrte 1900-57 ein Tram zwischen S. und Basel. In S. befindet sich ein Teil der Basler Infrastruktur, neben dem Flughafen die zollfreie Flughafenstrasse (1951-52), die gemeinsame Autobahnzollanlage (1989), die Sportanlage Pfaffenloh (1994) sowie ehemals von der Kehrichtverbrennungsanlage und der Chemie benutzte Abfalldeponien.


Literatur
– P.-B. Munch, S., porte de France, 1995

Autorin/Autor: Bernard Degen