Gösgen, von

Zwischen 1161 und 1400 bezeugte Freiherrenfamilie. 1161 wird Bernerus de Cozequovon als erster Vertreter des Geschlechts namentlich erwähnt. Die im 10./11. Jh. zwischen Aare und Stegbach errichtete Mottenburg bei Obergösgen war vermutlich der Stammsitz der Familie. Gerhard (belegt 1224-67), ein Parteigänger Rudolfs von Habsburg, erhielt vom Stift Werd (später Schönenwerd) die Erlaubnis, auf stiftseigenem Gebiet über Bözach die zweite Burg ze nidern Göskon zu bauen, deren Name sich bald auf die ganze Gegend übertrug. Der Bischof von Strassburg setzte die Fam. G. als Kastvögte über das Stift Schönenwerd ein. Der ursprüngl. Besitz, der sich auf Obergösgen beschränkte, wurde unter Gerhard beiderseits der Aare auf die Dörfer Werd, Niedergösgen, Gretzenbach, Walterswil, Däniken, Dulliken und Stüsslingen ausgedehnt. Sein Sohn Gerhard (1256-1311) stand wie später seine Witwe Amalia von Hinwil in stetem Streit mit dem Stift Schönenwerd, weil die G. versuchten, aus der Kastvogtei eine Familienherrschaft zu machen. Gerhards Bruder Konrad wurde 1282 Propst von Schönenwerd und wirkte 1305-23 als Domherr zu Basel. Johann (1359-82) verlor die Kastvogtei wegen der unstandesgemässen Heirat seines gleichnamigen Vaters, konnte aber die Burg Niedergösgen behalten. 1382 trat er die Burg an seine Neffen Hans und Rudolf von Falkenstein ab. Da er kinderlos war, starb mit ihm das Geschlecht aus. Johanns Schwester Amalia blieb noch kurze Zeit auf der Burg, bis sie das Lehen wegen Felonie verlor. 1399 wurde Hans von Falkenstein alleiniger Lehensträger. 1406 traten die Kinder der Amalia die restl. Ansprüche an die Gf. von Falkenstein ab.


Literatur
– J.R. Rahn, Die ma. Kunstdenkmäler des Cantons Solothurn, 1893
– A. Lüthi, «Die Frh. von G.», in Aargauer Tbl., 5.4.1965
– W. Meyer, Burgen von A bis Z, 1981

Autorin/Autor: Hans Brunner