• <b>Rodolphe Rubattel</b><br>Der neu gewählte Bundesrat im Kreis seiner Familie, fotografiert in seinem Haus in Lausanne, Dezember 1947  © KEYSTONE/Photopress. Auf dem Lehnstuhl sitzen Rubattels Frau Marthe Rubattel-Moulin und seine Tochter Claire Rubattel, die eine Vorkämpferin für feministische Anliegen im Bildungsbereich werden sollte.

No 3

Rubattel, Rodolphe

geboren 4.9.1896 Villarzel, gestorben 18.10.1961 Pully, ref., von Villarzel. Sohn des Ernest ( -> 1). Neffe des Ernest Chuard. ∞ 1926 Marthe Moulin, Tochter des Charles-Henri, Ofenbauers. 1915-19 Jurastud. an der Univ. Lausanne, 1921 Promotion. R. begann seinen berufl. Werdegang 1920 als Journalist. Er war Chefredaktor der "Feuille d'Avis de Montreux", 1921-24 Chefredaktor der "Tribune de Lausanne" sowie 1925-30 der "Feuille d'Avis de Lausanne". Ab 1927 vertrat R. korporatist. Ideen, distanzierte sich aber von Anfang an klar vom ital. und dt. Totalitarismus. 1928-30 unterrichtete er Recht an der kant. Landwirtschaftsschule von Marcelin (Gem. Morges). 1932-39 war R. Chefredaktor der freisinnigen Waadtländer Tageszeitung "La Revue", ab 1932 Vizepräs. des Waadtländer Freisinns und 1933-39 Waadtländer Grossrat. 1939-44 leitete er das Kantonsspital. 1945-47 amtierte er als Regierungsrat (Landwirtschaft, Industrie und Handel). 1947 wurde R. im ersten Wahlgang als Nachfolger von Walther Stampfli in den Bundesrat gewählt und stand 1948-54 dem Volkswirtschaftsdepartement vor. Er bekämpfte die Inflation und führte das Land aus der Kriegswirtschaft heraus, womit er zur wirtschaftl. und monetären Stabilisierung der Schweiz beitrug. R. lockerte teilweise den Agrarprotektionismus, war jedoch nicht gegen gewisse staatl. Massnahmen in der Wirtschaft. Auf Ende seines Präsidialjahres 1954 demissionierte er aus gesundheitl. Gründen. Im Ruhestand befasste sich R. mit polit. und sozialen Themen wie der Rolle der Interessengruppen, der Lage der Arbeiterbauern oder der Westschweizer Jugend. 1938 Major. Helveter.

<b>Rodolphe Rubattel</b><br>Der neu gewählte Bundesrat im Kreis seiner Familie, fotografiert in seinem Haus in Lausanne, Dezember 1947  © KEYSTONE/Photopress.<BR/>Auf dem Lehnstuhl sitzen Rubattels Frau Marthe Rubattel-Moulin und seine Tochter Claire Rubattel, die eine Vorkämpferin für feministische Anliegen im Bildungsbereich werden sollte.<BR/>
Der neu gewählte Bundesrat im Kreis seiner Familie, fotografiert in seinem Haus in Lausanne, Dezember 1947 © KEYSTONE/Photopress.
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Literatur
– Altermatt, Bundesräte, 437-441

Autorin/Autor: Boris Anelli / BE