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Numagen, Peter

geboren um 1450, gestorben 6.11.1515 Zürich, wohl aus Neumagen (heute Neumagen-Dhron, Rheinland-Pfalz). ∞ (Name unbekannt). 1476-77 Stud. an der Univ. Basel. Öffentl. Schreiber in Basel, 1481 Kleriker des Bistums Trier, 1482 Sekr. des Ebf. Andrea Zamometic von Krain, 1488-1515 Kaplan an der dem Zürcher Grossmünster inkorporierten St.-Leonhards-Kapelle, Notar des Propsts und des Kapitels des Zürcher Grossmünsters sowie dessen Chorherr. N. war klassisch und juristisch gebildet und sammelte kanonist., geistl. und naturkundl. Schriften. Er verfasste ausschliesslich lat. Werke, u.a. Texte über Andrea Zamometic, Felix Hemmerli, die Heiligen Felix, Regula und Exuperantius, Traktate über eigene ekstat. religiöse Erlebnisse sowie 1484 oder später einen Traktat über Niklaus von Flüe. N. argumentierte, dass Bruder Klaus nach Kirchenrecht seine Frau Dorothea und die Kinder nicht hätte verlassen dürfen. Trotzdem sei die Trennung tugendhaft gewesen, da die Frau des Eremiten ihr mit einem unausgesprochenen Keuschheitsgelübde zugestimmt habe. Ohne dem Leser eine Meinung zu diktieren, kommentierte er das Fasten Bruder Klaus' einerseits als natürl. Verhalten, andererseits die gleiche Enthaltsamkeit als Wunder.


Quellen
Bruder Klaus, hg. von R. Durrer, 2 Bde., 1917-21, 232-339
Literatur
– R. Amschwand, Bruder Klaus: Erg.Bd. zum Quellenwerk von Robert Durrer, 1987, 323
VL 7, 440-442
– M. Germann, Die ref. Stiftsbibliothek am Grossmünster Zürich im 16. Jh. und die Anfänge der neuzeitl. Bibl., 1994, 164, 356

Autorin/Autor: Niklaus von Flüe