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Tüscherz-Alfermée

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Ehem. polit. Gem. BE, Amtsbez. Nidau, Verwaltungskreis Biel. Die am linken Bielerseeufer gelegene Gem. T. bestand aus den Rebdörfern Tüscherz (um 1230 Tusschiers, 1267 Tuschers, franz. Daucher) und Alfermée (1276 Alphermme). Sie fusionierte 2010 mit Twann zur neuen Gem. Twann-Tüscherz. Rebland erstreckt sich bis auf eine Höhe von 600 m, Wald bis zur Krete des Nidau- und Tüscherzbergs. 1764 165 Einw.; 1850 262; 1880 385; 1900 309; 1941 248; 1950 304; 1960 374; 2000 283. Das steile Gelände mit schmaler Uferzone war im MA vom See her erschlossen. Als Teil der Herrschaft der Gf. von Neuenburg-Nidau kam T. 1388 an Bern; es gehörte niedergerichtlich zum Stadtgericht Nidau. Kirchlich war T. mit dem Kirchspiel Sutz auf der anderen Seeseite verbunden; der dortige Pfarrer las auch die Messe in der Kapelle oberhalb T., die in der Reformation abging. Nach der Aufhebung der Kirchgem. Sutz kam T. 1876 zu Twann. 2010 fusionierten die Kirchgemeinde Twann/T. und Ligerz zur Kirchgemeinde Pilgerweg Bielersee.

Rebbau und Fischerei prägten die Dörfer; weil die Uferzone zu schmal war, erwarben die Bewohner Wiesland jenseits des Sees in Sutz. Eigentümer des Rebgeländes waren ausser Klöstern (St. Urban, Gottstatt, Fraubrunnen u.a.) und Spitälern (Solothurn, Nidau) auch der Dienstadel, später Stadtbürger von Bern, Biel und Nidau. Versch. Rebgüter waren im Besitz von St. Urban, so 1256 Schünen (später wüst) und bis 1848 Convalet, das im 18. Jh. zum Landsitz ausgebaut und 1859 beim Bahnbau abgetragen wurde. Die Bielerseestrasse (1838), die Bahnlinie Biel-Neuenburg (1860) und die Autobahn A5 (1973) trennen die eng gebauten Dorfteile vom See: Das Unterdorf von Alfermée wurde 1969 abgetragen, und der in der Juragewässerkorrektion 1868-91 gewonnene Landstreifen ging im 20. Jh. durch Betonverbauungen verloren. Seit 1985 fordert T. die Verlegung der A5 in einen Tunnel bzw. eine Umfahrung des Dorfs. Bis 1973 befand sich die Primarschule in der Gem., dann wurde zuerst die Oberstufe, 1995 auch die Unterstufe nach Twann verlegt. Ein wichtiger Erwerbszweig in T. ist immer noch der Rebbau, der in den 1880er Jahren in eine Krise geriet, was zur Bevölkerungsabnahme führte. Zu Beginn des 21. Jh. waren der Weinhandel und die Gastronomie wirtschaftlich bedeutend, aber 2000 arbeiteten 77% der Erwerbstätigen auswärts, v.a. in Biel.


Literatur
– P. Aeschbacher, Stadt und Landvogtei Nidau von den Anfängen bis ins 16. Jh., 1929
200 Jahre Rebgesellschaft Twann-Ligerz-Tüscherz, [1982]
– K. Zaugg, Bauinventar der Gem. T., 2004

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler