• <b>Günter Oskar Dyhrenfurth</b><br>Plakat für den Dokumentarfilm "Himatschal, der Thron der Götter", der 1931 in die Kinos kam (Sammlung Cinémathèque suisse, alle Rechte vorbehalten). Der Film, der 1930 im Himalaya gedreht wurde – Chefkameramann war der Neuenburger Charles-Georges Duvanel – dokumentiert die internationale, von Dyhrenfurth geleitete Expedition. 1934–1935 verlieh die Praesens Film AG Zürich zudem den von Dyhrenfurth produzierten Spielfilm "Der Dämon des Himalaya", der Reportage- mit Abenteuerelementen mischte.

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Dyhrenfurth, Günter Oskar

geboren 12.11.1886 Breslau, gestorben 14.4.1975 Ringgenberg, konfessionslos, Deutscher, ab 1933 von Wassen. Sohn des Oskar, Arztes und Geheimrats, und der Käthe geb. Bayer. ∞ 1) 1911 Hettie Heymann, 2) 1948 Irene Klar, Literaturwissenschaftlerin. 1904-09 Stud. der Geologie und Paläontologie an den Univ. Freiburg i.Br., Wien und Breslau. 1909 Promotion. 1913 Habilitation. 1907-14 Mitarbeit an der Geolog. Karte der Schweiz in Graubünden. 1919-21 Titularprof., 1921-33 ao. Prof. für Geologie und Paläontologie an der Univ. Breslau. 1933 Niederlegung der Professur nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. 1939-54 Lehrer für Geographie und Naturwissenschaften am Institut auf dem Rosenberg in St. Gallen. 1956 als NS-Opfer rückwirkend als o. Prof. rehabilitiert und emeritiert. Bekannt wurde D. als Organisator und Leiter zweier Expeditionen ins Himalajagebiet: 1930 zur Kangchenjunga-Gruppe im Ost-Himalaja (Höhenweltrekord Jongsong-Gipfel 7459 m), 1934 ins Karakorum (Baltoro), wo seine Frau Hettie mit der Besteigung des Sia-Kangri-Gipfels (7422 m) den Frauen-Höhenweltrekord aufstellte. Die Expeditionen brachten erste wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse über die Tektonik der Himalajaregion. D. verarbeitete seine Erlebnisse in zahlreichen Büchern und einem 1931 erschienen Dokumentarfilm. 1936, zusammen mit seiner ersten Frau, Goldmedaille (Prix d'alpinisme) im Rahmen der Olymp. Spiele Berlin, 1956 dt. Bundesverdienstkreuz.

<b>Günter Oskar Dyhrenfurth</b><br>Plakat für den Dokumentarfilm "Himatschal, der Thron der Götter", der 1931 in die Kinos kam (Sammlung Cinémathèque suisse, alle Rechte vorbehalten).<BR/>Der Film, der 1930 im Himalaya gedreht wurde – Chefkameramann war der Neuenburger Charles-Georges Duvanel – dokumentiert die internationale, von Dyhrenfurth geleitete Expedition. 1934–1935 verlieh die Praesens Film AG Zürich zudem den von Dyhrenfurth produzierten Spielfilm "Der Dämon des Himalaya", der Reportage- mit Abenteuerelementen mischte.<BR/>
Plakat für den Dokumentarfilm "Himatschal, der Thron der Götter", der 1931 in die Kinos kam (Sammlung Cinémathèque suisse, alle Rechte vorbehalten).
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Werke
Die Engadiner Dolomiten, 1913
Himalaya, 1930
Dämon Himalaya, 1934
Baltoro, 1939, (mit Beitr. von Hettie D. et al.)
Der Dritte Pol, 1960
Literatur
– A. Bolinder, «Prof. Günter Oskar D.», in Die Alpen 33, 1975, 238
– H. Dumont, Histoire du cinéma suisse, 1987, 159-161

Autorin/Autor: Suzanne Schär Pfister