• <b>Reni Mertens</b><br>Mit ihrem Lebensgefährten Walter Marti am 41. internationalen Filmfestival von Locarno, 9. August 1988  © KEYSTONE/DELAY.

No 2

Mertens, Reni

geboren 8.4.1918 Zürich,gestorben 25.9.2000 Zürich, von Zürich. Tochter des Alfredo Bertozzi, Coiffeurs und Gemüsehändlers, und der Louise geb. Sommacal. ∞ Hans-Walter M., Linguist und Journalist. Handelsdiplom und Matura in Zürich, Romanistikstud. in Genf und Zürich, Promotion. Während ihrer Studienzeit (vermutlich um 1945) rief M. einen Debattierklub ins Leben, dem u.a. bekannte Emigranten wie Georg Lukács, Ignazio Silone, Cesare Zavattini und Bertolt Brecht angehörten. Sie unterrichtete, gestaltete Radiosendungen, arbeitete für das Schweizer Fernsehen, untertitelte Filme und übersetzte u.a. Brecht und Max Frisch ins Italienische. 1953 gründete M. mit Walter Marti, mit dem sie danach eine Jahrzehnte währende Arbeitsgemeinschaft verband, das Filmproduktionsunternehmen Teleproduction (aufgelöst 1999). 1962 gehörte sie zu den Gründungsmitgliedern des Verbands Schweiz. Filmgestalter (seit 1998 Verband Filmregie und Drehbuch Schweiz). M. war eine wichtige Vertreterin des schweiz. Dokumentarfilmschaffens in der 2. Hälfte des 20. Jh. und Wegbereiterin des neuen Schweizer Films. M. und Walter realisierten bis 1993 rund zwanzig durch sozialpolit. Engagement und formale Radikalität bestechende Werke; einen Höhepunkt bildete 1966 "Ursula oder das unwerte Leben". Mehrere Auszeichnungen, u.a. 1970 Zürcher Filmpreis.

<b>Reni Mertens</b><br>Mit ihrem Lebensgefährten Walter Marti am 41. internationalen Filmfestival von Locarno, 9. August 1988  © KEYSTONE/DELAY.<BR/>
Mit ihrem Lebensgefährten Walter Marti am 41. internationalen Filmfestival von Locarno, 9. August 1988 © KEYSTONE/DELAY.
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Archive
– Schweizer Filmarchiv, Lausanne, Nachlass
Literatur
– I. Lambelet, Reni M., Walter Marti, cinéastes, 1989
Ciné-Bull. 11, 2000, 1-5

Autorin/Autor: Michael Gautier