Schwadernau

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Nidau, Verwaltungskreis Biel, zwischen dem Nidau-Büren-Kanal und dem alten Aarelauf gelegen. 1269 Swadernouwa. 1764 145 Einw.; 1850 248; 1900 410; 1950 365; 2000 669. Zahlreiche Objekte vom Spätpaläolithikum über die Bronzezeit bis zum MA traten im alten Zihlbett zutage. Zudem fand man ein vermutlich röm. Depot von Eisenmasseln sowie entweder röm. Mauerreste oder eine ma. Motte im Räb- und Scheurenhubel. Die Grund- und Gerichtsherrschaft S. gehörte den Gf. von Neuenburg-Nidau. 1281 übergaben diese vermutlich etwa die Hälfte des Besitzes dem Bf. von Basel. Weiterer Grundbesitz der bischöfl. Vasallen von Erlach, Ifenthal und Ilfingen fiel an das Kloster Gottstatt. Im Streit um das Nidauer Erbe schlugen die Gf. von Kyburg und Thierstein den Bf. von Basel 1376 bei S. 1398 kam S. mit dem Inselgau an Bern und bildete mit Studen das Schwadernauviertel in der Landvogtei Nidau. S. gehört zur Kirchgem. Bürglen. Die Ableitung der Aare in den Bielersee und der Nidau-Büren-Kanal (1868-75) befreiten die Ebene zwischen Zihl und Aare von period. Überschwemmungen und erübrigte die Flusswehr. Es erfolgte eine Grenzbereinigung mit Orpund sowie in den 1970er Jahren eine Güterzusammenlegung. 2005 stellte die vom Gemüsebau dominierte Landwirtschaft 24% der Arbeitsplätze in S.


Literatur
– P. Aeschbacher, Stadt und Landvogtei Nidau von den Anfängen bis ins 16. Jh., 1929
Kdm BE Land 3, 2005, 132-135

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler