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Löwig, Carl Jacob

geboren 17.3.1803 Kreuznach (Rheinland-Pfalz), gestorben 27.3.1890 Breslau, aus Deutschland. Sohn des Jacob, Leutnants in einem Jägerbataillon, und der Christine geb. Eberts. ∞ Emilie Werde, aus Ziegelhausen (Baden, D). Stud. der Pharmazie und dann der Chemie an der Univ. Heidelberg. 1830 Doktorarbeit und Habilitation. Bis 1833 PD für organ. Chemie und Assistent bei Leopold Gmelin. 1833-45 ao. Prof. für organ. Chemie an der Univ. Zürich sowie Lehrer an der Oberen Industrieschule Zürich, 1846-53 o. Prof., 1853-89 Prof. für organ. Chemie an der Univ. Breslau. Unabhängig vom Entdecker des Broms, Antoine-Jérôme Balard, fand L. dieses Element in Kreuznacher Sole. Arbeiten darüber führten zu vielen neuen organ. Bromverbindungen. 1850 entdeckte er das pyrophore Antimonethyl, was die Herstellung von Zinn- und Bleitetraethyl ermöglichte. L. war somit Mitbegründer der organometall. Chemie der Hauptgruppenelemente. Bei Reduktionsversuchen von Oxalestern mit Natriumamalgam fand L. die Desoxalsäure. Ein techn. Aufschlussverfahren von Tonerde mit Natriumcarbonat zu wasserlösl. Aluminaten war Grundlage seiner Fabrik nahe Breslau (Löwig-Verfahren). Neben zahlreichen Veröffentlichungen trat er v.a. als Verfasser mehrerer Lehrbücher der organ. Chemie hervor. 1835 Dr. h.c. der medizin. Fakultät der Univ. Bern.


Werke
Chem. Unters. des Mineralwassers zu Seewen im Canton Schwyz, 1834
Die Mineralquellen von Baden im Canton Aargau, 1837
Chem. Unters. der warmen Schwefelquelle in Schinznach in der Schweiz, 1844
Literatur
– C.H. Eugster, «150 Jahre Chemie an der Univ. Zürich», in Chimia 37, 1983, 194-237
NDB 15, 109 f.

Autorin/Autor: Hans-Jürgen Hansen