Scheuren

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Nidau, Verwaltungskreis Biel. Dorf am rechten Ufer des Nidau-Büren-Kanals und am alten Zihllauf, der die Gemeindegrenze bildet. 1398 Schüren. 1764 60 Einw.; 1850 168; 1900 282; 1950 289; 2000 421. Die Gf. von Neuenburg-Nidau, Grund- und Gerichtsherren in S., vergabten den Ort vermutlich 1255 ihrem Kloster Gottstatt. Ende des 14. Jh. kam S. an Bern und zur Landvogtei Nidau und bildete mit Orpund und Zihlwil das Gerichtsviertel S. 1798 wurde das Dorf dem Distrikt Büren, 1803 dem Oberamt Nidau zugeteilt. S. war Teil der Pfarrei Büttenberg, kam aber in der Reformation zur neuen Kirchgem. Gottstatt. Das Dorf, das von Getreidebau und Fischerei lebte, litt unter den Überschwemmungen der mäandrierenden, von der Aare gestauten Zihl. Erst die Ableitung der Aare in den Bielersee und der Bau des Nidau-Büren-Kanals 1868-75 stoppte die Versumpfung der Ebene und brachte Kulturlandgewinn. In den 1970er Jahren kam es zur Güterzusammenlegung. Ab 1925 ersetzte eine Brücke die alte Fähre nach Gottstatt (Gem. Orpund). Trotz der Sogwirkung Biels hat S. weiterhin Landwirtschaft und eigenes Gewerbe (u.a. eine Verpackungs- und Kartonnagefabrik). 1970 entstand in S. das zweite Tenniszentrum der Schweiz.


Literatur
– P. Aeschbacher, Stadt und Landvogtei Nidau von den Anfängen bis ins 16. Jh., 1929
– T. Hurschler, Bauinventar der Gem. S., 2009

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler