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Safnern

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Nidau, Verwaltungskreis Biel. Das Dorf S. liegt am Südfuss des Büttenbergs links des Nidau-Büren-Kanals bzw. der Altläufe von Zihl und Aare. 1251 Savenieres, franz. früher Savagnier. 1764 255 Einw.; 1850 504; 1900 605; 1950 712; 2000 1'779. Röm. Siedlungsreste (Moosmühle). Im MA umfasste das Gebiet ausser S. weitere Siedlungen, die der Wüstung anheimfielen, so Büttenberg, die Burg auf dem Schlösslihubel und Stadholz (auch Stadowe), das mit der Gründung des Klosters Gottstatt abging. Neben anderen Grundbesitzern waren v.a. die Gf. von Neuenburg-Nidau in S. begütert, die Gottstatt bedachten (u.a. Anteile an zwei Mühlen). Ende 14. Jh. gelangte der Ort mit der Herrschaft Nidau an Bern und bildete in der Landvogtei Nidau einen eigenen Gerichtsviertel. S. wurde 1798 dem helvet. Distrikt Büren und 1803 dem Oberamt Nidau zugeteilt. Kirchlich gehörte S. zu Büttenberg und seit der Reformation zur neu geschaffenen Kirchgemeinde Gottstatt. Das grosse Zelgdorf mit 50 Häusern (1783), mit Getreidebau und Fischerei musste gegen die ausufernden Flüsse Zihl und Aare ankämpfen (letzte Zihlkorrektion 1847-48). Gegen die Versumpfung im Mündungsgebiet half jedoch erst die Juragewässerkorrektion mit der Ableitung der Aare in den Bielersee und dem Bau des Nidau-Büren-Kanals 1868-75 (noch immer folgt die Gemeindegrenze den alten Läufen von Zihl und Aare). Die Gem. richtete sich im 20. Jh. nach der Industriestadt Biel aus und erlebte ab den 1950er Jahren ein starkes Bevölkerungswachstum, das zum Bau vieler Einfamilienhäuser führte. 1913-23 und 1926-40 verkehrte die Biel-Meinisberg-Bahn (Station in S.), die dann durch eine Buslinie ersetzt wurde. Trotz mehrerer Gewerbe- und Industriebetriebe (u.a. ein Betonwerk) arbeiteten 2000 drei Viertel der in S. wohnhaften Erwerbstätigen auswärts (v.a. in Biel). 2005 stellte der 2. Sektor 60%, der 3. 28% der Arbeitsplätze in der Gemeinde. Mit Büren und Meinisberg teilt S. das Naturschutzgebiet Häftli.


Literatur
– P. Aeschbacher, Stadt und Landvogtei Nidau von den Anfängen bis ins 16. Jh., 1929
– P. Jenni, Aus der Gesch. der Dorfschule S., 1965
– Z. Caviezel, Bauinventar der Gem. S., 2004
Kdm BE Land 3, 2005, 174-182

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler