Sternenberg (BE)

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1388-1798 bern. Landgericht, auch als Neuenegg bezeichnet. Bern annektierte nach dem Sempacherkrieg 1388 die Gebiete links der Aare vom Jura bis zur Stockhornkette und usurpierte die dortigen landgräfl. Rechte der ehem. Landgrafschaft Burgundia circa Ararim (Burgund jenseits der Aare), die es auf die bern. Landgerichte Seftigen und S. aufteilte. Gestützt auf diese Rechte setzte Bern seine Landesherrschaft in den Herrschaften des Gebiets sukzessive durch, nämlich Mannschafts- und Steuerpflicht sowie das Kriminalgericht. Als zweitwichtigstes, aber kleinstes der vier bern. Landgerichte unterstand S. dem Venner zu Schmieden. Es erstreckte sich vom Schwarzwasser im Süden sowie Sense und Saane im Westen bis zur Aare im Norden und Gurten im Osten und zerfiel in vier Bezirke.

Seine Tagungsorte (Dingstätten) lagen "unter der grossen Eiche" in Gasel (Gem. Köniz) und "unter den Tannen" in Neuenegg. Im Ancien Regime war der Venner einzig für die Militärverwaltung zuständig mit einem einheim. Freiweibel als Exekutivbeamten. Die Kriminaljustiz war in den drei südöstl. Bezirken Sache des Grossweibels von Bern und im vierten nordwestl. Bezirk des Landvogts von Laupen; die Niedergerichte gehörten unterschiedl. Herren. Im Landgericht S. galt bern. Stadtrecht; als "Landrecht von S." bezeichnete man diverse, von Bern erteilte Privilegien für S. (1513/17, 1732). 1798 ging das Landgericht S. unter. Der östl. Teil (Köniz, Oberbalm) kam 1803 zum Oberamt bzw. Amtsbez. Bern, der nordwestliche (Neuenegg, Laupen, Mühleberg, Frauenkappelen) zum Amtsbez. Laupen.


Literatur
– R. von Stürler, Die vier Berner Landgerichte Seftigen, S., Konolfingen und Zollikofen, 1920
– A.-M. Dubler «Die Landgrafschaften», in AHVB 90, 2013, 21-33

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler