Basler Handelsbank

Die von Repräsentanten des Basler Industrie- und Kaufmannskapitals sowie von Privatbankiers gegr. B. nahm ihre Tätigkeit 1863 mit einem Aktienkapital von 20 Mio. Fr. auf. Die Bilanzsumme blieb bescheiden (1895 21 Mio. Fr.), bis Mitte der 1890er Jahre der Aufschwung zur Grossbank einsetzte (Bilanzsumme 1912 144 Mio., 1918 335 Mio., Aktienkapital 1918 60 Mio. Fr.). Nach dem Höhepunkt (1928 Bilanzsumme 666 Mio., Aktienkapital 100 Mio. Fr.) wurde der B. die Konzentration ihrer Geschäftsaktivitäten auf das Dt. Reich (1931 Transfer-Moratorium) sowie der Abzug der franz. Fluchtgelder (1932 Berthoud-Skandal) zum Verhängnis (1935 Bilanzsumme 286 Mio. Fr.). Ein Fälligkeitsaufschub (1935-37) und Kapitalreduktionen (1932, 1934 und 1937) halfen nur vorübergehend. Als die dt. Zahlungen ausblieben, musste ihr die Eidg. Bankenkomm. am 1.8.1945 Stundung gewähren. Der Schweizerische Bankverein (SBV) übernahm die Geschäfte und beliess die B. als Liquidationsinstitut für die blockierten Guthaben, die z.Z. des dt. Wirtschaftswunders massive Aufwertung erfuhren. 1957 zur Beteiligungs- und Finanzgesellschaft umgewandelt, geriet die B. 1989 wegen Fehlinvestitionen in Deutschland in Schwierigkeiten und beanspruchte massive Finanzspritzen des SBV. Dieser verkaufte sie 1991 an die Genfer Beteiligungsgesellschaft Harwanne, die 1998 die B. an der Börse dekotieren liess.


Literatur
– H. Bauer, 125 Jahre B. (1863-1988), [1988]

Autorin/Autor: Bernard Degen