No 9

Neuenburg, Isabella von

geboren um 1335, gestorben 25.12.1395. Tochter des Ludwig ( -> 11) und der Jeanne de Montfaucon. ∞ 1339 Rudolf IV. von Nidau. Da ihr Vater keinen legitimen männl. Nachkommen hinterliess, wurde N. 1373 Gräfin von N., zum Nachteil ihrer Schwester Varenne (oder Verena), die zur Miterbin bestimmt worden war. Darauf bedacht, das Erbe, das später zum neuenburg. Territorium werden sollte, zu sichern und zusammenzuhalten, entzog N. ihren unehelich geborenen Halbbrüdern Johann und Vauthier ( -> 16) die Lehensherrschaften Rochefort und Les Verrières. Sie erlangte auch das Dorf Boudevilliers sowie das Hochgericht über das Val-de-Ruz zurück, die beide vorübergehend an Johann II. von Aarberg-Valangin verliehen worden waren. Schliesslich stellte sie sich gegen Marguerite de Vufflens, die Witwe Ludwigs und Nutzniesserin eines Erbteils, und trat für die Bürger von Boudry ein, deren Stadtrechte die Witwe missachtet hatte. 1375 nutzte N. den Tod ihres Gatten, um Erlach einzunehmen. Dank der Intervention von Gf. Amadeus VI. von Savoyen, der die Anerkennung seiner Hoheitsrechte einforderte, sowie der Unterstützung der Bürger von Erlach durch Bern, entzog sich die Stadt dem neuenburg. Einfluss. In Abweichung von ihrer Politik der Erbkonsolidierung gab N. 1375 dem unehel. Sohn ihres Halbbruders Johann, Girard von N., die Herrschaft Vaumarcus zu Lehen, wo dieser einen neuen Zweig gründete. N., selbst kinderlos, bereitete ihren Neffen Konrad von Freiburg auf die Erbfolge vor.


Literatur
– J. Courvoisier, Panorama de l'histoire neuchâteloise, 1972, 46-48 (Neuaufl. 1978)
Hist.NE 1, 293-295, 297

Autorin/Autor: Lionel Bartolini / AHB