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Schlaginhaufen, Otto

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geboren 8.11.1879 St. Gallen, gestorben 14.11.1973 Kilchberg (ZH), ref., von St. Gallen und Kesswil. Sohn des Daniel Otto, Kaufmanns, und der Emma geb. Baumann. ∞ 1911 Johanna Juliana Margeretha Futterer geb. Wild. 1899-1905 Stud. der Anthropologie bei Rudolf Martin in Zürich, 1905 Promotion. 1905 wissenschaftl. Assistent in Berlin, 1906 in Dresden, 1907-10 Teilnahme an der Südsee-Expedition der dt. Marine. 1911 ao., 1917-50 o. Prof. für Anthropologie an der Univ. Zürich. In den 1920er Jahren trat S. mit eugen. Postulaten hervor, u.a. mit der Forderung nach einem Verbot von Mischehen, wenn der "Kreuzung ungünstige Erbmerkmale entspringen" würden. 1922-68 war er Präs. der Julius-Klaus-Stiftung für Vererbungsforschung, Sozialanthropologie und Rassenhygiene. S.s Hauptforschungsgebiete waren die anthropolog. Auswertung des Expeditionsmaterials aus Melanesien, die Untersuchung der prähist. und frühgeschichtl. Bevölkerung der Schweiz sowie die anthropolog. Untersuchungen an 35'000 Stellungspflichtigen, deren Ergebnisse er 1946 und 1959 unter dem Titel "Anthropologia Helvetica" publizierte. Darin zeigte sich die Problematik seiner Tätigkeit: S. hoffte, er könne durch genaue Messungen die wissenschaftl. Grundlagen für eine "wirksame" Eugenik finden.


Literatur
– U.P. Weilenmann, Der Anthropologe Otto S. (1879-1973), 1990
– C. Keller, Der Schädelvermesser, 1995
– H.-K. Schmutz, «Schokolade und Messzirkel», in Verh. zur Gesch. der Theorie der Biologie 7, 2001, 305-317

Autorin/Autor: Christoph Keller