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Ipsach

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Nidau. I. umfasst eine Burgergemeinde und gehört zur Kirchgem. Nidau (Pfarramt I.). Das Dorf liegt am rechten Ufer des Bielersees. 1265-66 Ipzacho. 1764 102 Einw.; 1850 197; 1900 238; 1950 395; 1970 1'480; 2000 3'266. Zahlreiche neolith., bronzezeitl. und hallstattzeitl. Funde im ehemaligen Torfmoos, röm. Siedlung im Raum Oberdorf-Buchseefeld mit Strassenzug nach Petinesca im Ipsachmoos. Im SpätMA waren die beiden Siedlungen Hof I. und Wiler Teil des Inselgaus der Herrschaft Nidau, wobei auch andere Herren sowie das Kloster St. Alban in Basel hier Güter besassen. 1335 verkaufte Ritter Cuno von Sutz seinen Besitz den Gf. von Neuenburg-Nidau. Von deren Erben gelangten I. und Wiler 1382 an Freiburg, 1398 an Bern und wurden im sog. Bellmund-Viertel der Landvogtei Nidau verwaltet. Um 1551 ist Wiler, im Dreieck I.-Bellmund-Sutz gelegen, nur noch als Hof bezeugt; später ging die Siedlung ganz ab. Das Zelgdörfchen I. betrieb Getreidebau, Fischerei und etwas Rebbau. Mit der Seeabtiefung infolge der Juragewässerkorrektion von 1868-91 wurde der moorige Flachlandstreifen für die Landwirtschaft erschlossen. Die verkehrsgünstige Lage an der Seestrasse Biel-Neuenburg (Ausbau 1874), an der Bahnlinie Biel-Täuffelen-Ins (1916 erstellt, heute bestehen Stationen I.-Dorf und Herdi) und an der Buslinie Biel-Aarberg sowie die Nähe zu Biel und Nidau begannen sich seit den 1950er und 60er Jahren in einer Zuwanderung auszuwirken. I. entwickelte sich zum Vorort von Biel und baute in den 1980er Jahren seine Infrastruktur aus: Es entstanden ein Gemeindezentrum, eine Kirche und Sportanlagen. 1989 wurde das Pfarramt I., das auch Port und Bellmund betreut, errichtet. Die Erwerbstätigen und Schüler von I. pendeln überwiegend Richtung Nidau und Biel.


Literatur
– P. Aeschbacher, Stadt und Landvogtei Nidau von den Anfängen bis ins 16. Jh., 1929
Ipsacher Chronik, 2001
– J. Mathez, Bauinventar der Gem. I., 2003

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler