• <b>Heidi</b><br>Während der Dreharbeiten an Franz Schnyders Film "Heidi und Peter". Fotografie, 1954   © KEYSTONE/Photopress. Der Erfolg des Films "Heidi" von Luigi Comencini 1952 regte die Zürcher Filmgesellschaft Praesens-Film zu einer Grossproduktion mit einer neuen Folge für den amerikanischen Markt an. Der an Spezialeffekten reiche Spielfilm von Franz Schnyder, der erste in der Schweiz gedrehte Farbfilm, eroberte das Publikum jenseits des Atlantiks mühelos.

Heidi

Johanna Spyris Erzählungen "Heidi's Lehr- und Wanderjahre" (1880) und "Heidi kann brauchen, was es gelernt hat" (1881) gehören mit ihren zahlreichen Auflagen und den Übersetzungen in mehr als 50 Sprachen zu den erfolgreichsten Kindererzählungen der Schweiz und der Welt überhaupt. Spyri zeichnete mit der Figur H. nicht nur ein unverbildetes Naturkind, sondern auch eine Art gute Fee. Das einfache Leben auf der Alp assoziierte sie mit Naturverbundenheit, Gesundheit, Fröhlichkeit und Liebe, das Leben in der Stadt mit Krankheit, steifem Benehmen, Naturferne. Die in den Erzählungen dargestellte Welt, das Dörfli und die Alp des Alp-Öhi, wurde zum Inbegriff der Schweiz und trug so zum Mythos einer Schweiz bei, in der die Menschen in Unschuld in der gesunden Luft der Alpen leben. Den Erfolg von H. bezeugen die Fortsetzungen, die andere Autoren wie Charles Tritten verfasst haben, v.a. aber die zahlreichen Bearbeitungen für Film und Fernsehen, Radio und Bühne. So fand z.B. der in Japan produzierte Zeichentrickfilm (1974) weltweite Ausstrahlung. Das Engadin ist seit dem Film aus den USA von 1937, der im Engadin gedreht wurde, zum Inbegriff des Heidilands geworden, das nun auch touristisch vermarktet wird. An der Reklamewirkung von Heidiland möchte sich in jüngster Zeit auch Maienfeld und seine Umgebung beteiligen, wo man das Vorbild für das Dörfli und die Alp zu finden glaubte. 1953 wurde an der Strasse von Maienfeld nach St. Luzisteig ein Heidibrunnen, ein Werk von Hans Walt-Koller, errichtet. 2005 erfolgte die Uraufführung des Musicals "Heidi" in Walenstadt.

<b>Heidi</b><br>Während der Dreharbeiten an Franz Schnyders Film "Heidi und Peter". Fotografie, 1954   © KEYSTONE/Photopress.<BR/>Der Erfolg des Films "Heidi" von Luigi Comencini 1952 regte die Zürcher Filmgesellschaft Praesens-Film zu einer Grossproduktion mit einer neuen Folge für den amerikanischen Markt an. Der an Spezialeffekten reiche Spielfilm von Franz Schnyder, der erste in der Schweiz gedrehte Farbfilm, eroberte das Publikum jenseits des Atlantiks mühelos.<BR/>
Während der Dreharbeiten an Franz Schnyders Film "Heidi und Peter". Fotografie, 1954 © KEYSTONE/Photopress.
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Literatur
– C. Gros, «H. de Dörfli ou la Suissesse missionnaire de la pureté alpestre», in Terres de femmes, Ausstellungskat. Genf/Conches, 1989, 250-289
H. Karrieren einer Figur, hg. von E. Halter, 2001
H.s Land. Ein Film produziert von der Schweiz. Ges. für Volkskunde, 2001
H., un mito della montagna, Ausstellungskat. Turin, 2004
Johanna Spyri und ihr Werk, 2004

Autorin/Autor: Rosmarie Zeller