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Kubelík, Rafael

geboren 29.6.1914 Býchory (Österreich-Ungarn, heute Tschech. Republik), gestorben 11.8.1996 Horw, ab 1967 von Horw und Luzern. Sohn des Jan, berühmten Geigers. ∞ 1) 1942 Ludmila Julia Bertlová, 2) 1963 Elsie Jean Morison. K. studierte 1928-33 am Prager Konservatorium. Er debütierte als Dirigent bei der Tschech. Philharmonie, deren Chefdirigent er 1936-39 und 1942-48 war. Nach Aufenthalten in London und den USA, wo er 1950-53 das Chicago Symphony Orchestra leitete, liess er sich 1953 in der Schweiz nieder. 1955-58 wirkte er als Musikdirektor der Covent Garden Opera in London, 1961-79 als Chefdirigent des Symphonieorchesters des Bayer. Rundfunks und 1973-74 als musikal. Leiter der Metropolitan Opera in New York. Ab 1948 trat er bei den Internat. Musikfestwochen in Luzern auf, an denen er 1962 sein "Requiem pro memoria uxoris" uraufführte und die er 1981-92 beriet. 1961, 1962 und 1982 gab er in Luzern Meisterkurse für Dirigenten. Nach dem Ende seiner Konzerttätigkeit 1985 widmete er sich der Komposition. Als international renommierter Gastdirigent wurde K. besonders aIs Interpret der Sinfonien Schumanns, Brahms und Mahlers sowie von Werken tschech. Komponisten geschätzt.


Literatur
– M. See, «Rafael K.», in Neue Zs.f. Musik 126, 1965, 153-157
Atlantisbuch der Dirigenten, hg. von S. Jaeger, 1985, 221-224

Autorin/Autor: Regula Puskás