Hagneck

Polit. Gem. BE, Amtsbez. Nidau. Das Dorf liegt am rechten Bielerseeufer an der Mündung des Hagneckkanals. 1353 Hagneg. 1764 16 Einw.; 1850 58; 1900 125; 1950 141; 1970 229; 2000 357. Beim Bau des Hagneckkanals und den dazugehörigen Anlagen traten spätbronzezeitl. und ma. Einzelfunde zutage; bronzezeitl. Funde wurden auch im Hagneckmoos gemacht. Dem Durchstich des Hügels zwischen Moos und See fiel ein rund 200 m langer, vermutlich röm. Entwässerungsstollen zum Opfer; auch wurde offenbar eine ma. Burg zerstört. Ein Stück einer röm. Strasse, die von Vinelz nach Täuffelen führte, ist erhalten. Als Teil der Pfarrei Täuffelen gehörte H. zur Herrschaft der Gf. von Neuenburg-Nidau und kam 1398 an Bern und zum Viertel Epsach der Landvogtei Nidau. Der hof von 4 häüssern (1783) gehörte als nidauisches Mannlehen bern. Patriziern (von Erlach, von May). Erwerbszweige der Bauern waren Ackerbau und Fischfang. Gegen Ansprüche der Bauern von Ins wurden dem Hof H. 1527 Weiderechte in den Hägen bestätigt; Nutzungsrechte bestanden auch am obrigkeitl. Hagneckwald. 1840 löste sich H. als nun selbstständige polit. Gem. von Täuffelen, blieb aber wie bis anhin dorthin kirchgenössig und schulpflichtig. Der Bau des Hagneckkanals (1873-78) mitten durch das Gemeindegebiet, des Elektrizitätswerkes mit Werkkanal (1899 eröffnet) und des Länggrabens mit Stollen (1925-37) veränderte die Flur nachhaltig, brachte aber auch Kulturlandgewinn in den früheren Mooren. Heute beschäftigen Landwirtschaft, Kleingewerbe und Elektrizitätswerk rund ein Drittel der Erwerbstätigen, die andern pendeln v.a. in die Regionen Biel und Bern. 1916 nahm die Biel-Täuffelen-Ins-Bahn den Betrieb auf.


Literatur
– P. Aeschbacher, Stadt und Landvogtei Nidau von den Anfängen bis ins 16. Jh., 1929
Gesamtmelioration Brüttelen-Lüscherz-H., 1970-1987, 1989

Autorin/Autor: Anne-Marie Dubler