Gros-de-Vaud

Gebiet im Mittelland im Herzen des Kt. Waadt, das sich ohne scharfe natürl. Grenze vom Jurafuss im Norden zum Jorat und den Höhen oberhalb des Genfersees im Süden erstreckt. Der Historiker Louis Vulliemin prägte 1875 diese geogr. Bezeichnung. Das G. umfasste den Bez. Echallens sowie Teile der Bez. Cossonay, Orbe, Yverdon, Payerne, Moudon und Lausanne. 2006 wurde der Bez. G. geschaffen. Das verhältnismässig trockene Klima begünstigt den Getreideanbau, weswegen das G. früher als Kornkammer des Kantons bezeichnet wurde. Aber auch die Viehzucht (v.a. Rinder) hat ihren Platz. Die Industrie beschränkt sich auf den Abbau und die Herstellung von Baustoffen. In Bercher stand 1880-1921 eine Kondensmilchfabrik der Nestlé. Mit der Kantonshauptstadt ist das G. durch die Schmalspurbahn Lausanne-Echallens-Bercher verbunden. Bei ihrer Einweihung 1872 führte sie nur bis Echallens, 1889 wurde sie bis Bercher verlängert. 1988 wurde auf der Basis des Gesetzes zur regionalen Entwicklung die "Association de la région du G. pour la promotion économique" gegründet.


Literatur
– D. Aubert, «Géomorphologie du G.», in Bull. de géologie Lausanne, 1981, 57-117
– E. Gardaz, G., passé simple, 1999

Autorin/Autor: Paola Crivelli / AW