• <b>Eugène Ruffy</b><br>Federlithografie aus der "Schweizerischen Portrait-Gallerie", erschienen zwischen 1888 und 1907 bei Orell Füssli in Zürich (Schweizerische Nationalbibliothek).

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Ruffy, Eugène

geboren 2.8.1854 Lutry, gestorben 25.10.1919 Bern, ref., von Lutry und Riex. Sohn des Victor ( -> 2). ∞ Alice Mégroz, Tochter des Marc Auguste Louis, Seidenhändlers in Lyon. R. schloss 1877 sein Rechtsstud. in Lausanne mit dem Lizenziat ab, absolvierte ein Praktikum in der Anwaltskanzlei von Louis Ruchonnet und machte 1880 das Anwaltspatent. Schon früh vertrat er radikale Standpunkte. Ab 1881 sass er als Nachfolger Ruchonnets, der zum Bundesrat gewählt worden war, im Nationalrat und gehörte 1882-85 dem Waadtländer Gr. Rat an. 1884 war er Mitglied der verfassunggebenden Versammlung des Kt. Waadt, die auf Verlangen der Liberalen einberufen worden war. Er stieg hier rasch zum Führer der Radikalen auf und trug dazu bei, dass die Verfassung von 1885 deren Ansichten entsprach. Als Freund Ruchonnets besass er sowohl in Lausanne als auch in Bern grossen Einfluss. 1885 wurde er in den Regierungsrat gewählt, in dem er das Erziehungs- und Kultusdepartement übernahm. Er führte 1890 die Umwandlung der Akad. in die Univ. Lausanne zu Ende. Nach Ruchonnets Tod 1893 wurde er Bundesrat, obwohl sich die Berner gegen die Wahl aussprachen, weil R. in einer polem. Rede die Bahnpolitik von Bundesrat Emil Welti und dessen vermeintl. Opposition gegen die Simplonlinie angegriffen hatte. R. stand 1894-95 dem Justiz- und Polizeidepartement, 1895-97 dem Dep. des Innern, 1898 als Bundespräsident dem Polit. Departement und 1899 dem Militärdepartement vor. In seinem Präsidialjahr weihte er das Schweiz. Landesmuseum ein. Trotz früherer Bedenken engagierte er sich als Bundesrat für den Rückkauf der privaten Eisenbahngesellschaften durch den Bund. Er setzte sich auch für die obligator. Kranken- und Unfallversicherung sowie die Schaffung der Nationalbank ein. Er verliess 1899 den Bundesrat nach seiner Ernennung zum Direktor des Weltpostvereins, den er bis zu seinem Tod leitete. 1917 Dr. h.c. der Univ. Lausanne. 1871 Mitglied der Studentenverbindung Helvetia. Oberst.

<b>Eugène Ruffy</b><br>Federlithografie aus der "Schweizerischen Portrait-Gallerie", erschienen zwischen 1888 und 1907 bei Orell Füssli in Zürich (Schweizerische Nationalbibliothek).<BR/>
Federlithografie aus der "Schweizerischen Portrait-Gallerie", erschienen zwischen 1888 und 1907 bei Orell Füssli in Zürich (Schweizerische Nationalbibliothek).
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Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 839
– Altermatt, Bundesräte, 265-268

Autorin/Autor: Olivier Meuwly / BE