Ascoli, Graziadio Isaia

geboren 16.7.1829 Görz (A, heute Gorizia, I), gestorben 21.1.1907 Mailand, isr., von Görz. Sohn des Händlers Leone Flaminio und der Elena Norsa. Nachdem A. sich zunächst als Autodidakt dem Stud. der oriental. Sprachen und der vergleichenden indoeurop. Grammatik gewidmet hatte, wandte er sich später der Dialektologie zu. 1861 wurde er zum Prof. an der Accademia scientifico-letteraria in Mailand ernannt. 1873 veröffentlichte er den ersten Band der von ihm gegr. und bis 1901 geleiteten Zeitschrift "Archivio glottologico italiano", in der vorwiegend dialektolog. Themen behandelt wurden. Neben dem Vorwort, in dem A. die "Sprachenfrage" erörterte, liegt die Bedeutung dieses Bandes v.a. in seinen "Saggi ladini", einer Beschreibung sämtl. rätorom. Dialekte von Graubünden bis zum Friaul, worin auch die Eigenheiten der mit der rätorom. Sprachgruppe verwandten alpinlombard. Dialekte der ital. Schweiz erstmals wiss. erfasst sind. Im dritten Band untersuchte A. in den "Schizzi francoprovenzali" einen Grossteil der Mundarten der franz. Schweiz.


Literatur
DBI 4, 380-384
– F. Spiess, «L'Ascoli e i dialetti della Svizzera italiana», in Graziadio Isaia A., 1986, 143-148

Autorin/Autor: Federico Spiess / EM