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Rambert, Louis

geboren 24.3.1839 Lausanne, gestorben 13.1.1919 Konstantinopel, ref., von Le Châtelard (heute Gem. Montreux) und Noville. Sohn des Louis, Lehrers, und der Susanne Françoise geb. Vuichoud. Bruder des Eugène ( -> 1). ∞ 1865 Emma von Starkloff, Tochter des Charles, Berufsoffiziers. 1861 Lizenziat der Rechte in Lausanne, 1864 Anwaltspatent. Gemeinderat (Legislative) von Lausanne, 1868-91 liberaler Waadtländer Grossrat, 1884 Mitglied des Waadtländer Verfassungsrats, 1870-72 Nationalrat. Als Verfechter der Zentralisierung verlor R. nach der Ablehnung der revidierten Bundesverfassung 1872 seinen Sitz im Parlament. Er war Anwalt von Louis Favre, des Erbauers des Gotthardtunnels, und wurde 1880 Verwaltungsrat der Eisenbahngesellschaft Suisse Occidentale-Simplon. R., der Beziehungen zur franz. Finanzwelt pflegte, liess sich um 1885 in Paris nieder. 1891 reiste er nach Konstantinopel, wo er am Bau der Eisenbahn des Osman. Reichs mitwirkte. 1897 wurde er Verwaltungsrat der Osman. Bank, 1900 Direktor des Tabakmonopols und Finanzberater des Sultans. Mitglied der akadem. Gesellschaft Belles-Lettres, dann Zofinger.


Literatur
– Gruner, Bundesversammlung 1, 832 f.
– T. David, «Louis R. (1839-1919)», in Les Annuelles, 1994, Nr. 5, 105-146

Autorin/Autor: Olivier Meuwly / CN