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Stückelberg, Ernst Carl Gerlach (von Breidenbach)

geboren 1.2.1905 Basel, gestorben 4.9.1984 Genf, ref., später luth., von Basel. Sohn des Alfred, Advokaten, und der Alice geb. von Breidenbach zu Breidenstein und Melsbach. Enkel des Ernst ( -> 1), Neffe des Ernst Alfred ( -> 2). ∞ 1) 1931 Elisabeth Blanche Morel, Tochter des August, Bankiers, 2) 1964 Charlotte Hélène Lachat, Tochter des Henri Joseph. 1915-23 klass. Gymnasium in Basel, 1924-25 Stud. der Physik an der Univ. München bei Arnold Sommerfeld, 1927 Promotion bei August Hagenbach in Basel. 1927 Forschungsassistent in Basel, 1930 Assistenzprof. in Princeton (New Jersey). 1932 Assistent von Hagenbach in Basel, 1933 PD an der Univ. Zürich, ab 1934 an der Univ. Genf, 1935-38 ao., 1938-75 o. Prof. in Genf, 1942-57 auch Dozent, 1957-67 ao., 1967-75 o. Prof an der Univ. Lausanne. Ab 1967 Mitarbeiter am CERN. S. befasste sich u.a mit Molekularphysik, Quantentheorie und mit der Relativität. Er entwickelte 1941 vor Richard Feynman die Idee rückwärts laufender Elektronen, 1949 mit Dominique Rivier die in der Quantenfeldtheorie benutzte Ausbreitungsfunktion des kausalen Propagators und entdeckte mit André Petermann die Renormierungsgruppe, mit der Aussagen über die Abhängigkeit einer physikal. Grösse von der Energieskala gemacht werden. 1962 Dr. h.c. der Univ. Neuenburg und Bern. 1976 Max-Planck-Medaille der Dt. Physikal. Gesellschaft.


Archive
– BGE, Nachlass
Literatur
– C.P. Enz, «Ernst S.», in Physics Today 39, 1986, Nr. 3, 119-121
– R. Wenger, Ernst C.G. S., 1986
– J. Lacki et al., Ernst Carl Gerlach Stueckelberg, 2009

Autorin/Autor: Charles P. Enz