Basler Volksblatt

Die Gründung des B.s erfolgte 1873 im Rahmen des Kulturkampfes. Ziel der wöchentlich erscheinenden Zeitung war die Förderung der Einheit und der Solidarität der kath. Bevölkerung im mehrheitlich ref. und liberalen Basel. Mit ihr erschien zum ersten Mal in der Schweiz eine Zeitung der Diaspora. Sie entwickelte sich zu einem kämpferischen Blatt und ging 1890 zur tägl. Ausgabe über. Ihre Auflage stieg von anfänglich 1'000 auf über 8'000 Exemplare zu Beginn des 20. Jh. Der zunehmende Konkurrenzkampf in Basel mit schliesslich fünf Tageszeitungen und die abflauenden konfessionellen Gegensätze bedrohten allmählich das inzwischen zum CVP-Organ gewordene B. in seiner Existenz. Nach ersten Versuchen der Zusammenarbeit mit anderen kath. Zeitungen kam es 1982 (letzte Auflagenzahl 9'600) zur Fusion mit der kath. "Nordschweiz", die den Titel B. im Untertitel weiterführte. Auch diese Zeitung ging im Sept. 1992 ein (letzte Auflagenzahl 11'000) und wurde von der bürgerl. Basellandschaftlichen Zeitung übernommen.


Literatur
– F.P. Schaller, Kirchen und Presse, 1974
– R. Blum, «Vorkämpfer und Opfer der Akzeptanz: Die Zeitungen der "Schwarzen" und der "Roten" in Basel», in Basler Stadtbuch 113, 1992, 41-46

Autorin/Autor: Ernst Bollinger