• <b>Max Leo Keller</b><br>Der Schweizer Nationalsozialist beim Verlassen des Luzerner Rathauses, Juni 1948  © KEYSTONE/Photopress. Das Divisionsgericht 6 hatte Keller schon am 9. Januar 1946 wegen Verletzung militärischer Geheimnisse zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 3. Juli 1948 verlängerte das Bundesgericht, das zu diesem Anlass in Luzern tagte, die Haftstrafe wegen Angriffs auf die Unabhängigkeit der Schweiz um weitere zwölf Jahre.

No 73

Keller, Max Leo

geboren 22.8.1897 Zürich, gestorben 13.2.1956 Birmensdorf (ZH), kath., von Sarmenstorf, Aarau und Olsberg. Sohn des Franz Alexander und der Frieda geb. Reif. Urenkel des Augustin ( -> 14). ∞ Clara Kunz. Ingenieur- und politwissenschaftl. Stud. in Zürich, Bern und Darmstadt, 1931 Promotion. Ab 1918 Elektroingenieur in der Schweiz und den USA. 1932-39 Direktor des bern. Amtes zur Einführung neuer Industrien, dann beratender Ingenieur. Ab 1933 wirtschaftspolit. Publizist der Nationalen Front, 1938-39 Verwaltungsratspräs. der frontist. "Neuen Basler Zeitung". 1940 Gründung der Nationalen Bewegung der Schweiz zwecks Sammlung des zersplitterten Frontismus. Infolge von Audienzen bei Bundespräs. Marcel Pilet-Golaz (Frontistenempfang) und Rudolf Hess galt K. im Dt. Reich als einflussreichster Schweizer Nazi. Nach seiner Emigration 1941 wurde er Direktor der Hermann-Göring-Werke in Weimar und erstellte Expertisen über die schweiz. Elektrizitätswirtschaft. In dt. Auftrag versuchte er 1944, die sich bekämpfenden nationalsozialist. Auslandschweizerbünde zum Bund der Schweizer Nationalsozialisten zu vereinigen. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz wurde K. wegen Verletzung militär. Geheimnisse und Angriffs auf die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft zu insgesamt 14 Jahren Zuchthaus verurteilt.

<b>Max Leo Keller</b><br>Der Schweizer Nationalsozialist beim Verlassen des Luzerner Rathauses, Juni 1948  © KEYSTONE/Photopress.<BR/>Das Divisionsgericht 6 hatte Keller schon am 9. Januar 1946 wegen Verletzung militärischer Geheimnisse zu zwei Jahren Zuchthaus verurteilt. Am 3. Juli 1948 verlängerte das Bundesgericht, das zu diesem Anlass in Luzern tagte, die Haftstrafe wegen Angriffs auf die Unabhängigkeit der Schweiz um weitere zwölf Jahre.<BR/>
Der Schweizer Nationalsozialist beim Verlassen des Luzerner Rathauses, Juni 1948 © KEYSTONE/Photopress.
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Werke
Schweiz. Energiewirtschaft, 1931
Schr. der Nationalen Front, 3, 1933; 9, 1935
Archive
– AfZ, Nachlass
Literatur
– B. Glaus, Die Nationale Front, 1969
– W. Wolf, Faschismus in der Schweiz, 1969
– H. Wichers, «Die "Neue Basler Zeitung" 1935 bis 1940 und ihre Entwicklung vom rechtskonservativen Parteiblatt zum frontist. Organ», in BZGA 93, 1993, 155-173

Autorin/Autor: Walter Wolf