Republikaner, Der

1798 von Paul Usteri und Hans Conrad Escher von der Linth, Mitglieder des Helvet. Rats, gegr. Zeitung mit einer Auflage von etwa 200 Stück um 1800 (nach Angaben des R.s). Der R. war das wichtigste und zuverlässigste Informationsorgan in der Helvetik, mit einer gewissenhaften Berichterstattung über die polit. Vorgänge. Er wurde zuerst in Zürich bei Orell, Füssli & Co. herausgegeben, danach am jeweiligen Sitz der Helvet. Regierung (ab Okt. 1798 in Luzern, ab Juli 1799 in Bern). In der Regel erschien er zwei-, manchmal drei- oder viermal pro Woche. Trotz seiner positiven Einstellung zum neuen Einheitsstaat verteidigte der R. seine Selbstständigkeit und trat für die Neutralität der Schweiz ein. Da er die Regierung kritisierte, wurde er wiederholt unterdrückt und wechselte deshalb mehrmals den Titel: Ursprünglich "Der schweiz. R.", hiess er im Juli 1799 "Neues Helvet. Tagblatt", dann "Der neue Schweiz. R.", 1800 "Neues republikan. Tagblatt", 1801 zwei Monate lang "Der R. nach liberalen Grundsätzen" und zuletzt "Der R." Anfang 1801 verliess Escher den R., da er mit Usteris Polemik nicht einverstanden war. Mit dem Ende der Helvet. Republik stellte der R. im Aug. 1803 sein Erscheinen ein. 1830-46 erschien eine weitere Zeitung mit dem Titel "Schweiz. R.", deren Redaktor u.a. Ludwig Snell war und die als Sprachrohr der liberalen Landpartei diente, welche die Reformanliegen der Zürcher Landschaft gegenüber der Stadt vertrat.


Literatur
– S. Markus, Gesch. der Schweiz. Zeitungspresse z.Z. der Helvetik, 1909
– Blaser, Bibl., 825 f.
– C. Guggenbühl, Zensur und Pressefreiheit, 1996, 199-206, 391 f.
– E. Bollinger, Pressegeschichte 1, 21999, 137-139

Autorin/Autor: Ernst Bollinger