Nation, Die

Die Wochenzeitschrift "Die N." bzw. die gleichnamige Verlagsgenossenschaft wurde im Sept. 1933 gegründet, um die antifaschist. Koalition zwischen der sozialdemokrat.-gewerkschaftl. Linken und linksbürgerl. Kreisen zu stärken. Beteiligt waren auch Exponenten der Demokraten und von Angestellten- und Bauernorganisationen. Der Schweiz. Gewerkschaftsbund gewährte eine jährl. Defizitgarantie von 50'000 Fr. Die Nähe zum wirtschaftspolit. Bündnis der Front der Arbeit wurde 1936 mit dem Untertitel "Organ der Richtlinienbewegung" verdeutlicht. Die kompromisslose Haltung gegenüber anpasser. Tendenzen brachte "Die N." verschiedentlich in Konflikt mit den Zensurbehörden. Insbesondere die Sozialreportagen von Peter Surava und die Fotografien von Paul Senn trugen zur Steigerung der Auflage (bis über 50'000 Exemplare) bei. Das Sinken der Auflage nach dem Krieg führte Ende 1952 zur Einstellung der Zeitschrift.


Literatur
– P. Hirsch, Er nannte sich Peter Surava, 1991 (franz. 1998)
– A. Bundi, A. Jacomet, Das gibt es in der Schweiz, Seminararbeit, 1996, (Bibliothek Sozialwiss., Univ. Bern)

Autorin/Autor: Ruedi Brassel-Moser