18/03/2004 | Rückmeldung | PDF | drucken
No 3

Dapples, Edouard

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geboren 12.12.1807 Lausanne,gestorben 30.4.1887 Nizza, ref., von Bremblens. Sohn des Marc, Arztes, und der Charlotte Louise Françoise geb. Gaulis. ∞ 1) 1834 Hilda d'Aubert (gestorben 1837), Adoptivtochter des Jean François Joseph, franz. Flüchtlings, uneheliche Tochter der Anna Feodorowna und des Rudolf Abraham Schiferli, 2) 1840 Marie Suzanne Elisabeth Curchod, Tochter des Jean Jacques Ferdinand, Besitzer des Schlosses Crissier. D. war ein Schwager von Charles Burnand. 1825-31 Theologie- und Philosophiestud. an der Akad. Lausanne, das er nicht abschloss; aus gesundheitl. Gründen studierte er anschliessend Forstwirtschaft in Bayreuth. 1833-40 Kreisoberförster der Côte und 1840-42 von Lausanne, 1848-51 Forstinspektor der Stadt Lausanne. Ab 1851 bestritt er sein Einkommen als Rentier. 1834-42 und 1848-57 liberaler Gemeinderat (Legislative), 1843-48 und 1857-67 Stadtpräs. von Lausanne. 1844-45 und 1847-68 Waadtländer Grossrat, 1851-54 und 1857-66 Nationalrat, 1861 Nationalratspräsident. D. war mit dem Ingenieur William Fraisse befreundet und spielte eine wichtige Rolle bei der Schaffung des Westschweizer Eisenbahnnetzes; 1865-66 war er Verwaltungsrat der Eisenbahn Lausanne-Freiburg-Bern und 1871 der Compagnie de l'Ouest. Der Bundesrat entsandte ihn als ausserordentl. Botschafter nach Berlin und St. Petersburg, um die Sache der Schweiz im Savoyerhandel von 1860 zu vertreten. D. war in Lausanne sehr beliebt und trug sowohl als Politiker (Strassennetz, Gasbeleuchtung, Gasfabrik) wie auch als Mäzen (Kinderhospiz, Quai in Ouchy) zur Entwicklung der Stadt bei. D. besass das Grand-Montriond in Lausanne, das Schloss Crissier, das er 1857 aus dem Curchod-Erbe loskaufte, und zahlreiche Gebäude in Lausanne und Nizza.


Literatur
– Alville, Des cours princières aux demeures helvétiques, 1962
– Gruner, Bundesversammlung 1, 796 f.
– L. Polla, Rues de Lausanne, 1981, 113-115

Autorin/Autor: Hugues Renaud / CN