Eidgenössische Telegraphenwerkstätte (ETW)

Im Vorfeld der Eröffnung des schweiz. Telegrafennetzes am 5.12.1852 (Telegraf) beschloss der Bundesrat die Gründung der ETW in Bern. Fehlendes Know-how bei schweiz. Mechanikern und Lieferengpässe bei ausländ. Firmen führten zum Entscheid, Telegrafenapparate samt Zubehör in eigener Regie aus vorfabrizierten Einzelteilen zusammenzubauen. Als erste Werkführer wurden der Württemberger Elektroingenieur Matthias Hipp und der Uhrmacher Jakob Karl Kaiser interimistisch verpflichtet. Am 8.7.1852 übernahm Hipp die Leitung der ETW, die dem eidg. Post- und Baudep. unterstellt wurde. Er war allerdings ermächtigt, persönl. Arbeiten auf Provisionsbasis zu verrichten. Dt. Spezialisten und einheim. Mechaniker stellten bis Ende 1852 für die 34 Telegrafenbüros des schweiz. Netzes 115 Apparate zusammen. Die ETW, die bald auch die schweiz. Eisenbahnen, Sardinien, Frankreich und Deutschland belieferte, wurde 1855 verbindlich organisiert und Gustav Adolf Hasler zum Assistenten Hipps gewählt. Die Reorganisation und die Unterstellung des Betriebs unter das eidg. Finanzdep. führten 1860 zu Hipps Demission. Sein Nachfolger Hasler erwarb 1865 zusammen mit Albert Escher die ETW, die damit zum Grundstein der Firma Hasler AG wurde (seit 1987 Ascom).


Literatur
– W. Schenker «Aus den Anfängen der Telegraphie in der Schweiz», in Techn. Mitt. 22, 1944, Nr. 2, 76-81
Hundert Jahre elektr. Nachrichtenwesen in der Schweiz 1852-1952, Bd. 1, 1952, 152-179

Autorin/Autor: Kurt Stadelmann