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Bernhard, Wilhelm

geboren 8.11.1920 Worb,gestorben 9.10.1978 Buenos Aires, ref., von Worb. Sohn des Gottfried, Landwirts und Gemeindepräs., und der Emma geb. Schüpbach. Ledig. Medizinstud. in Bern, 1946 Dr. med. Ab 1948 baute er ein Labor für Elektronenmikroskopie am Institut de recherches sur le cancer in Villejuif bei Paris auf, dem er bis zu seinem Tod vorstand. 1961 wurde er Leiter des Gesamtinstituts. Als Pionier der Virus- und Krebsforschung lieferte B. wichtige Beiträge zur Erforschung der Ultrastruktur normaler und krebsartig veränderter Zellen sowie zum Zusammenhang von Viren und der Entstehung von Krebs. Er entwickelte neue Techniken, u.a. bezügl. der Sichtbarmachung von Nukleinsäuremolekülen zur Bestimmung von Gestalt und Länge, der Lokalisation viral bedingter Veränderungen des Zellchemismus mittels hoch auflösender Autoradiographie und der Erkennung zellfremder Proteine mittels der Immunoferritin-Methode. Daneben setzte er sich stark für eine ethisch begründete und zu begrenzende Wissenschaft ein. B. erhielt u.a. den Dr. h.c. der Univ. Basel und Brüssel (1969) und den 1. Preis der Ligue française de Lutte contre le Cancer (1978). Ab 1965 war er Präs. der Société française de Microscopie électronique, ab 1968 im Vorstand der International Society for Cell Biology.


Literatur
– J.U. Marbach, «Wilhelm B.», in Gesnerus 36, 1979, 303-311

Autorin/Autor: Thomas Fuchs