Betti, Francesco

geboren 1521 Rom, gestorben 1590 Basel. Edelmann, Humanist und Häretiker. Ab etwa 1550 insgeheim Anhänger der Reformation (Nikodemit), flüchtete B. 1557 nach Basel. Danach längere Aufenthalte in Zürich, Strassburg und England. Ab 1565 wieder in Basel, wo der wohlhabende Junggeselle B. bis ins hohe Alter an der Universität immatrikuliert blieb. Erst 1577 gründete er eine Familie. Obwohl B. in seinen Streitschriften als orthodoxer Reformierter auftrat, blieb er mit den Antitrinitariern (u.a. Jacopo Aconcio, Bernardino Ochino, Pietro Perna, Silvestro Tegli, Francesco Pucci) aufs Engste verbunden, verwahrte bis 1577 den literar. Nachlass von Lelio Sozzini in Basel und verbreitete ab 1583 während seiner Urlaubsmonate im Veltlin Schriften des Fausto Sozzini.


Literatur
DBI 9, 717 f., (mit Werkverz.)
– A. Rotondò, Studi e ricerche, 1974, 315-318
– A. Berchtold, Bâle et l'Europe 2, 1990

Autorin/Autor: Carlos Gilly