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Michels, Robert

geboren 9.1.1876 Köln, gestorben 2./3.5.1936 Rom, kath., später konfessionslos, Deutscher, ab 1913 Italiener. Sohn des Julius, Kaufmanns, und der Anna geb. Schnitzler. ∞ 1900 Gisela Lindner. 1896-1900 Stud. der Geschichte und der Nationalökonomie, 1900 Promotion an der Univ. Halle-Wittenberg, 1907 Habilitation in Turin. 1907-14 PD an der Univ. Turin, 1914-28 Prof. der Nationalökonomie in Basel (gleichzeitig Titularprof. in Turin), 1928-36 Prof. der allg. und korporativen Ökonomie an der Univ. Perugia, Prof. in Rom sowie an der faschist. Parteihochschule in Perugia. Zunächst politisch links stehend, trat M. 1922 in den Partito nazionale fascista ein. In seiner Soziologie des Parteiwesens stellt er das "eherne Gesetz der Oligarchie" auf, demzufolge alle Organisationen zur Oligarchiebildung neigen.


Werke
Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie, 1911 (41989)
Sozialismus und Fascismus als polit. Strömungen in Italien, 2 Bde., 1925
Die Verelendungstheorie, 1928
Masse, Führer, Intellektuelle: polit.-soziolog. Aufsätze 1906-1933, 1987
Archive
– Archivio della Fondazione Luigi Einaudi, Turin, Nachlass
Literatur
– W. Röhrich, «Robert M.», in Klassiker des soziolog. Denkens 2, hg. von D. Käsler, 1978, 226-253
NDB 17, 451 f.
– J.J. Linz, Robert M., Political Sociology, and the Future of Democracy, 2006

Autorin/Autor: Hermann Wichers