21/02/2013 | Rückmeldung | PDF | drucken

Vellerat

Polit. Gem. JU, Bez. Delsberg. Das über der Klus von Choindez gelegene V. ist von Courrendlin her erreichbar. 1741 Vellerat. 1818 83 Einw.; 1850 88; 1880 69; 1900 115; 1950 124; 1970 64; 2000 66. Bis 1797 gehörte V. zur Propstei Moutier-Grandval im Fürstbistum Basel, unter franz. Herrschaft 1798-1813 zum Dep. Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin und 1815-1996 zum Kt. Bern. Bei den Volksabstimmungen vom 23.6.1974 und 16.3.1975 über die Selbstbestimmung sprach sich V. deutlich für die Schaffung eines Kt. Jura aus, doch da die Gem. nicht an den Bez. Delsberg grenzte, konnte sie an der dritten Abstimmung, jener auf Gemeindeebene, nicht teilnehmen und blieb gegen ihren Willen beim Kt. Bern. Nach 20-jährigem Kampf wurde ihr Begehren, sich dem Kt. Jura anzuschliessen, in der eidg. Abstimmung von 1996 gutgeheissen. V. ist seit jeher nach dem kath. Courrendlin kirchgenössig. Die 1888 errichtete Kapelle der Hl. Familie wurde 1961 von Jeanne Bueche umgebaut. Im 19. und 20. Jh. fand der Grossteil der Bevölkerung ausserhalb der Gem. Arbeit, v.a. in der Giesserei Choindez.


Literatur
– A. Pichard, La question jurassienne, 2004, 84, 112

Autorin/Autor: François Kohler / CBA