22/12/2015 | Rückmeldung | PDF | drucken | 
No 1

Fabry, Wilhelm

geboren 25.6.1560 Hilden (bei Düsseldorf),gestorben 15.2.1634 Bern, ref., von Bern. Sohn des Peter Andreas Drees, Gerichtsschreibers, und der Margareta "auf dem Sand" bzw. "in der Schmitten". Nach letzterer Ortsangabe legte er sich den Familiennamen Fabricius bzw. F. zu: vollständig latinisiert erscheint F. als Guilelmus Fabricius Hildanus. ∞ 1587 Marie Colinet. Nach dem Schulbesuch in Düsseldorf und Köln 1576 Wundarztlehre in Neuss, um 1580 Gehilfe beim herzogl. Wundarzt Cosmas Slot in Düsseldorf; ab 1585 Wanderzeit mit Aufenthalten in Metz, Genf und Lausanne. 1589 tätig in Hilden, 1593 in Köln, 1596-99 in Lausanne und Genf; 1599 in Köln Einkauf in die Zunft der Barbiere, 1600 wieder in Lausanne. 1602-10 Stadtwundarzt in Payerne, 1611-15 Wohnsitz in Lausanne, Konsultationsreisen. 1615 zu einem Medico und Chirurgo der Stadt Bern angenommen, unentgeltl. Erteilung des Burgerrechts. 1618 Ernennung zum Leibwundarzt des Markgf. von Baden-Durlach. In seinen mehrfach aufgelegten Schriften, u.a. über Gangrän (1593), Dysenterie (1602), Feldchirurgie (1607), Blasensteinschnitt (1626) sowie über seine chirurg. Beobachtungen (sechs "Centurien", ab 1610), erweist sich F. als kenntnisreicher, geschickter und weitherum angesehener Wundarzt. Die Wissenschaft der Anatomie war für ihn "Schlüssel und Steuerruder der Medizin" (1624). F.s ärztl. Erfahrenheit und humane Weltsicht sprechen aus seinen geistl. Liedern, die er zur christl. Erbauung verfasste.


Werke
– V. Schneider-Hiltbrunner, Wilhelm F. von Hilden, 1560-1634: Verz. der Werke und des Briefwechsels, 1976
Archive
– BBB, Nachlass
Literatur
– E. Olivier, Médecine et santé dans le Pays de Vaud des origines à la fin du XVIIe siècle, 1962
– E. Hintzsche, Guilelmus Fabricius Hildanus, 1560-1634, 1972
– H. Thomke, «Medizin und Poesie - Fabricius Hildanus als Dichter», in Res publica litteraria, hg. von S. Neumeister, C. Wiedemann, 1987, 431-442
– O. Pot, «Une encyclopédie protestante autour de Simon Goulart», in Bibliothèque d'humanisme et Renaissance 56, 1994, 475-493

Autorin/Autor: Urs Boschung