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Howald, Karl

geboren 31.3.1796 Bern, gestorben 28.11.1869 Sigriswil, ref., von Graben. Sohn des Andreas, Schreibmeisters. ∞ 1833 Maria Elisabeth Sophie Dietzi, von Bern, Tochter des Samuel Gottlieb, Forstmeisters des Enge-Waldes. Ausbildung an der sog. Grünen Schule (Gymnasium) und der Kunstschule in Bern, 1814 Matur. Theologie- und Philosophiestud. in Bern und Lausanne, 1821 Ordination. 1821-31 Sekr. der bern. Bibelgesellschaft und 1821-33 Prediger am Berner Inselspital. 1825 Reise nach Paris zu Philipp Albert Stapfer, 1827 nach ltalien. 1833-69 Pfarrer in Sigriswil. Der begabte Zeichner und Historiker verfasste zahlreiche Druckschriften zur Geschichte Berns und hinterliess handschriftlich u.a. die sechs Bände "Die Brunnen zu Bern", 16 Bände hist. Notizen und Exzerpte sowie die siebenbändige "Sigriswiler Chronik" (1844-69). Sein mit Federzeichnungen reich illustriertes Werk ist eine wertvolle, noch nicht ausgeschöpfte volkskundl. Quelle, v.a. der Alltagsgeschichte. Politisch war H. ein streitbarer Konservativer vom Schlage eines Jeremias Gotthelf.


Archive
– BBB, Nachlass
Literatur
Slg. bern. Biogr. 5, 1906, 282-290 (mit Bibl.)
– H. Sommer, «Karl H. und seine Sigriswiler Chronik», in Jb. vom Thuner- und Brienzersee, 1975, 16-34
– H. Sommer, Volk und Dichtung des Berner Oberlandes, 1976, v.a. 85-87

Autorin/Autor: Christoph Zürcher