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Spahn, Carl

geboren 25.2.1863 Schaffhausen, gestorben 19.2.1943 Schaffhausen, ref., von Herblingen (heute Gem. Schaffhausen) und Schaffhausen. Sohn des Melchior, Bäckermeisters. ∞ 1887 Maria Rosalia Veith, Tochter des Johann Jakob, Hutmachers. Gymnasium in Schaffhausen, 1881-85 Rechtsstud. in Heidelberg, Lausanne, München und Bern, 1886 Dr. iur. 1886-88 Schreiber am Obergericht in Schaffhausen, 1888-94 Rechtsanwalt, 1889-95 2. Verhörrichter. 1889-94 Schaffhauser Grossstadtrat (1893-94 Präs.), 1889-94 Mitglied des Büros der Einwohnergemeinde (1893-94 Vizepräsident), 1892-1920 Kantonsrat (1898, 1903 und 1909 Präs.), 1895-99 Verfassungsrat, 1895-1917 Stadtpräsident, 1896-1924 Oberrichter (1916-24 Vizepräsident), 1900-19 Nationalrat (1913 Präs.), Mitglied der Neutralitätskommission, FDP-Fraktionspräsident. 1904 Mitgründer der Schaffhauser FDP. Als Stadtpräsident schuf S. in Schaffhausen die Voraussetzungen für eine moderne Industrie, so durch die Gründung des Elektrizitätswerks 1897 oder die Erschliessung des Ebnatquartiers 1908-11. Mit der Gründung der städt. Verkehrsbetriebe 1901 und seinem grossen Einsatz für das Randenbahnprojekt prägte er die Verkehrspolitik. In seiner Amtszeit entstanden zahlreiche öffentl. Bauten. S. schlug nach seinem Rücktritt 1917 erfolgreich Hermann Schlatter als Nachfolger bzw. als ersten sozialdemokrat. Stadtpräs. vor. Stets war er auch vielfältig publizistisch tätig. S. stand der Schweiz. Gemeinnützigen Gesellschaft vor. Verwaltungsrat der AIAG Neuhausen, der Georg Fischer AG, der Robert Victor Neher AG, der SIG Neuhausen, der Vereinigten Kammgarnspinnereien Schaffhausen und Derendingen sowie Mitglied des Bankrats der Schaffhauser Kantonalbank.


Literatur
– K. Bächtold, «Carl S.», in SchBeitr. 34, 1957, 302-311
– Gruner, Bundesversammlung 1, 503
– E. Steinemann, Die Entwicklung der Stadt Schaffhausen unter den Stadtpräs. Dr. Carl S. und Hermann Schlatter, 1894-1919, 1969, 7-10
SchaffGesch., 1-3

Autorin/Autor: Matthias Wipf