Sorvilier

Politische Gemeinde BE, Amtsbezirk Moutier, Verwaltungskreis Berner Jura. Das Dorf im Tal von Tavannes umfasst einen Kern mit alten Bauernhäusern am rechten Ufer der Birs sowie am linken Ufer einen Teil entlang der Strasse Moutier-Tavannes. 1148 Sorurvilier (Fälschung Ende des 12. Jh.), 1179 Sororviler, dt. früher Surbelen. 1850 316 Einw.; 1900 438; 1950 424; 2000 272. S. war Teil des Grossmeiertums Orval in der Propstei Moutier-Grandval im Fürstbistum Basel. Unter franz. Herrschaft 1797-1813 kam S. zum Dep. Mont-Terrible bzw. Haut-Rhin, 1815 zum Kt. Bern. S. gehört zu der seit 1531 ref. Kirchgemeinde Court, deren Friedhof zwischen den beiden Orten liegt. Die Uhrenindustrie entwickelte sich in S. ab Mitte des 19. Jh. rasant und profitierte von der 1877 errichteten Bahnverbindung Delsberg-Sonceboz-Biel. Es entstanden eine Uhrenrohwerkfabrik, die um 1900 etwa 100 Arbeiter zählte, und mehrere in der Décolletage tätige Betriebe. Zu Beginn des 21. Jh. boten die Unternehmen der Nachbarorte Court und Bévilard der berufstätigen Bevölkerung von S. Arbeit. In S. stehen eine 1773 errichtete Steinbrücke sowie Holzspeicher aus dem 17. und 18. Jh.


Literatur
– J. Germiquet, «S. et ses anciens habitants», in Actes SJE, 1898, 89-104; 1901, 189-206

Autorin/Autor: François Wisard / CBA