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Burri, Franz

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geboren 26.10.1901 Cham, gestorben 24.7.1987, von Entlebuch. Sohn des Franz, Fabrikarbeiters, und der Emma geb. Waser. ∞ Wilhelmine Scherrer. 1918-21 in der kath. Laienkongregation der Schulbrüder in Wien, dann Buchhalter, ab 1925 Journalist in Graz. Nach seiner Ausweisung aus Österreich 1934 wegen nationalsozialist. Umtriebe gründete B. mit dt. Finanzhilfe die Internat. Presseagentur (IPA) in Luzern (1934-38), welche v.a. die dt. Presse belieferte und Nazipropaganda gegen Österreich betrieb. Dem Verbot der IPA durch den Bundesrat 1938 folgte eine Neugründung in Wien. Eine Flugblattkampagne gegen die Schweiz führte zur Ausbürgerung 1943 (Reichsbürger 1942). B. war Gründer und Führer mehrerer nationalsozialist. Bewegungen in der Schweiz und in Deutschland (mit Ernst Leonhardt, in Konkurrenz mit Gruppen um Max Leo Keller und Franz Riedweg). Die B.-Leonhardt-Gruppe gilt als radikalster der nationalsozialist. Schweizerbünde: Sie stellte der schweiz. Unabhängigkeit eine grossgerm. Einheitsidee gegenüber und übernahm die Nazi-Ideologie vollständig. B. verlor ab 1944 an Einfluss, wurde 1946 in die Schweiz abgeschoben und 1949 vom Bundesgericht zu 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Vorzeitig in die Bundesrepublik Deutschland entlassen, publizierte er weiterhin in rechtsextremist. Organen.


Archive
– AfZ, Nachlass
Literatur
– W. Wolf, Faschismus in der Schweiz, 1969
– J. Frischknecht, Schweiz wir kommen, 1991, 42 f.
– H. Stutz, Frontisten und Nationalsozialisten in Luzern 1933-1945, 1997

Autorin/Autor: Gregor Egloff