• <b>Jakob Robert Steiger</b><br>Porträt mit einer Widmung Steigers; Lithografie von  Ludwig Werner,  gedruckt bei Orell Füssli in Zürich, um 1845 (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, Sondersammlung). 1844 wurde Steigers radikale Zeitung "Der Eidgenosse von Luzern" von der konservativen Regierung verboten, weil diese die Kritik nicht mehr tolerierte. Die Widmung, eine Schmährede gegen die Jesuiten, verfasste Steiger am 28. Juni 1844 anlässlich seines Rücktritts als Redaktor der Zeitung. In der Hand hält er ein Papier, das mit den Worten "Auch im Unglück frei und gross zu bleiben ..." beginnt.

No 36

Steiger, Jakob Robert

geboren 6.6.1801 Geuensee, gestorben 5.4.1862 Luzern, kath., von Büron und ab 1859 von Luzern. Sohn des Jost, Schneiders und Kleinlandwirts, und der Maria Anna geb. Häneli. ∞ 1828 Sophia Neumann, Tochter des Johann Nepomuk, Hofgerichtsrats in Freiburg i.Br. Gymnasium, Lyzeum, theol. Studien in Luzern, 1823-26 Medizinstud. in Genf, Freiburg i.Br. und Paris, 1826 Luzerner Ärzteexamen. Arzt in Büron, ab den 1830er Jahren in Luzern. 1830 Führer der Regenerationsbewegung im Surental. 1830-31 Verfassungsrat, 1831-41 und 1847-62 Luzerner Grossrat, 1831-37 Kleinrat, 1847-52 Regierungsrat (Polizei), 1831-38 und 1848-52 Mitglied des Erziehungsrats (1849-52 Präs.). 1833-34, 1838 und 1848 Tagsatzungsgesandter, 1833 eidg. Kommissar in Basel, 1848 Mitglied der Bundesrevisionskommission, 1848-52 Nationalrat (zweiter Präs.). 1834-44 Redaktor des "Eidgenossen" und des "Eidgenossen von Luzern". S. war ein führender Repräsentant der radikalen Richtung des Luzerner Liberalismus. 1844 gehörte er zu den Initianten der Vetobewegung gegen die Jesuitenberufung und beteiligte sich an der Vorbereitung des 1. Freischarenzugs. Beim 2. Freischarenzug von 1845, den er vom Aargau aus mitorganisiert hatte, wurde er gefangen genommen und in einem aufsehenerregenden Prozess zum Tode verurteilt. Er konnte fliehen und liess sich in Winterthur nieder. Nach dem Sonderbundskrieg zählte er in Luzern zu den Wortführern des freischärler. Radikalismus. Er gab den Anstoss zur Aufhebung der Klöster St. Urban und Rathausen. 1843-47 Präs. der Helvet. Gesellschaft, 1834-39 und 1855-59 der Ärztegesellschaft Luzern, 1854-62 Schulrat des Eidg. Polytechnikums.

<b>Jakob Robert Steiger</b><br>Porträt mit einer Widmung Steigers; Lithografie von  Ludwig Werner,  gedruckt bei Orell Füssli in Zürich, um 1845 (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, Sondersammlung).<BR/>1844 wurde Steigers radikale Zeitung "Der Eidgenosse von Luzern" von der konservativen Regierung verboten, weil diese die Kritik nicht mehr tolerierte. Die Widmung, eine Schmährede gegen die Jesuiten, verfasste Steiger am 28. Juni 1844 anlässlich seines Rücktritts als Redaktor der Zeitung. In der Hand hält er ein Papier, das mit den Worten "Auch im Unglück frei und gross zu bleiben ..." beginnt.<BR/><BR/>
Porträt mit einer Widmung Steigers; Lithografie von Ludwig Werner, gedruckt bei Orell Füssli in Zürich, um 1845 (Zentral- und Hochschulbibliothek Luzern, Sondersammlung).
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Archive
– StALU, Nachlass
Literatur
– A. Brändli, Jakob Robert S. als Politiker und Staatsmann, 1953
– Gruner, Bundesversammlung 1, 280 f.
– U.W. Widmer, Jakob Robert S., 1801-1862, Arzt und Politiker, 1978

Autorin/Autor: Heidi Bossard-Borner