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Dietlikon

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Polit. Gem. ZH, Bez. Bülach. Agglomerationsgem. am Rand des mittleren Glattals. 1124 Dietlinchoven. 1467 ca. 115 Einw.; 1634 137; 1771 482; 1880 386; 1900 565; 1950 1'205; 1970 4'381; 2000 6'281. Die Hoheitsrechte gingen 1264 von den Kyburgern an die Habsburger über und kamen 1424 bzw. 1452 an Zürich. 1124 waren die Vogteirechte in D. im Besitz des Schaffhausers Klosters Allerheiligen; 1487 verkaufte die Fam. Schwend das Niedergericht über D. und Rieden (ZH) an Hans Waldmann, der es mit demjenigen über Dübendorf zu einer Gerichtsherrschaft verband. 1489 bildete Zürich daraus eine Obervogtei, die 1615 mit der Obervogtei Schwamendingen vereinigt wurde. Kirchlich gehörte D. im HochMA zur Pfarrei Kloten; um 1370 bestanden in D. und Rieden Filialkapellen (Predigten in D. seit 1596, Pfarrhausbau 1681). Um 1525 schloss sich D. der Reformation an. Ab 1683 bildete D. mit Rieden eine selbstständige Pfarrei (Bau einer neuen Kirche 1698), deren Kollatur das Chorherrenstift Grossmünster bis 1831 besass. 1916 wurde Rieden in die ref. Kirchgem. Wallisellen umgeteilt, 1970 die kath. Kirche St. Michael erbaut. Die Offnung datiert von 1420, der Einzugsbrief von 1586. In der Helvetik wurden die Dorfschaften D. und Rieden 1798 eine polit. Gem., von der sich Rieden 1831 abspaltete. D. wurde 1798 dem Distrikt Bassersdorf, 1803 dem Bez. Bülach, 1814 dem Oberamt Embrach und 1831 dem Bez. Bülach zugeteilt.

Im frühen 18. Jh. erweiterte sich das traditionelle Berufsspektrum durch versch. Tätigkeiten in der Textilindustrie. Im 19. Jh. war eine Bleicherei der einzige Industriebetrieb neben der Riedmühle (1269 erw.). An der 1855 eröffneten Nordostbahn-Strecke Oerlikon-Winterthur erhielt D. erst 1865 einen Bahnhof, der 1990 zum Knotenpunkt (Zürcher S-Bahn) wurde. In der 1. Hälfte des 20. Jh. setzte dank guter Pendlermöglichkeiten ein allmähl. Wachstum ein, das sich ab 1950 verstärkte. In den 1960er Jahren wurde D. in die Agglomeration Zürich-Nord einbezogen und entwickelte sich durch die Erschliessung einer Industrie- und Einkaufszone zwischen der 1841 gebauten Winterthurerstrasse und der A1 (1974) zur Arbeitsplatzgemeinde. 1995 bestanden 331 Firmen mit 4'798 Arbeitsplätzen.


Literatur
– P. Reinhardt, Gesch. der Gem. D., 1954
– H.P. Treichler, Zwischen den Strassen, 1982

Autorin/Autor: Ueli Müller