• <b>Swatch Group</b><br>Werbeplakat für die Schweizer Uhrenmarke, 1991 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste). Mit der Aufschrift "Swatch, die fünfte Landessprache" spielt das Plakat zur 700–Jahr–Feier der Eidgenossenschaft auf eine spezifisch schweizerische Eigenheit an, die Mehrsprachigkeit.

Swatch Group

Die S. entstand 1983 aus der Fusion der zwei grössten Schweizer Uhrengruppen, der Allg. Schweizerischen Uhrenindustrie AG (Asuag) und der Société suisse pour l'industrie horlogère (SSIH). Ihr Firmensitz ist in Neuenburg, ihr administrativer Hauptsitz in Biel. Die 1930 gegr. SSIH führte die Unternehmen Omega und Tissot zusammen, die ihre Uhren unter eigenem Namen herstellten (wie z.B. auch Blancpain und Lemania). Die Asuag, 1931 vom schweiz. Uhrenkartell (Uhrenindustrie) ins Leben gerufen, vereinigte die vier Konzerne, die Uhrenrohwerke (Ebauches), Unruhen, Spiralfedern und Uhrenbestandteile herstellten. In der Folge der 1962 einsetzenden Auflösung des Kartells verbreiterte die Asuag ihr Angebot an Markenuhren durch den Kauf von Unternehmen wie Rado (1968), Mido (1971), Certina und Longines (beide 1972). 1981-83 steckten die Schweizer Banken, mit der Absicht einer nur kurzfristigen Investition, über 900 Mio. Fr. in die SSIH und die Asuag. Nach der von den Banken verlangten Prüfung durch die Zürcher Firma Hayek Engineering von Nicolas Hayek fusionierten SSIH und Asuag 1983, um ihre wirtschaftl. Probleme gemeinsam anzugehen. 1985 kauften Hayek und eine Investorengruppe für 153 Mio. Fr. 51% des Aktienkapitals der SSIH-Asuag. Die Uhrengruppe firmierte unter dem Namen SMH (Société suisse de microélectronique et d'horlogerie SA) und ab 1998 als Swatch AG. Die Gruppe verdankte ihr Wachstum der Swatch (Zusammenzug aus Swiss watch), einer 1982 auf den Markt gebrachten günstigen Quarzuhr aus Kunststoff (Eta), deren Erscheinungsbild sich versch. Strömungen und Ereignissen anpasste. Die Swatch erlebte rasch einen beträchtl. Erfolg; 1985 wurden bereits 10 Mio. Stück verkauft. Zu Beginn des 21. Jh. war die S. die grösste Uhrengruppe der Welt. 2003 überliess Nicolas Hayek die operative Führung seinem Sohn Nick (geboren 1954). Nach seinem Tod 2010 übernahm seine Tochter Nayla (geboren 1951) das Verwaltungsratspräsidium. 2010 beschäftigte die S. über 25'000 Mitarbeiter in über 50 Ländern und erzielte bei einem Umsatz von 6,440 Mia. Fr. einen Reingewinn von über 1 Mia. Fr. Zu den 19 Uhrenmarken der S. gehören neben den bereits genannten auch Blancpain, Breguet, Glashütte Original und Jaquet Droz.

<b>Swatch Group</b><br>Werbeplakat für die Schweizer Uhrenmarke, 1991 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).<BR/>Mit der Aufschrift "Swatch, die fünfte Landessprache" spielt das Plakat zur 700–Jahr–Feier der Eidgenossenschaft auf eine spezifisch schweizerische Eigenheit an, die Mehrsprachigkeit.<BR/>
Werbeplakat für die Schweizer Uhrenmarke, 1991 (Museum für Gestaltung Zürich, Plakatsammlung, Zürcher Hochschule der Künste).
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Literatur
– H. Pasquier, «Une industrie remodelée», in Le pays de Neuchâtel et son patrimoine horloger, hg. von J. Bujard, L. Tissot, 2008, 307-315
– P.-Y. Donzé, Histoire de l'industrie horlogère suisse, 2009
– P.-Y. Donzé, Histoire du S., 2012

Autorin/Autor: Hélène Pasquier / CBA