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Lonza

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1897 wurde die L. als dt.-schweiz. Unternehmen zum Bau und Betrieb von Wasserkraftwerken sowie elektrochem. und elektrometallurg. Fabriken mit Sitz in Basel gegründet. Als erste Grossindustrie im Wallis baute sie im selben Jahr eine Karbidfabrik (für Azetylenbeleuchtung) mit Elektrizitätswerk in Gampel, wo man sich die Nutzungsrechte an der L., dem Talfluss aus dem Lötschental, sicherte, um über die benötigte Energie zu verfügen. 1928-29 erfolgte die teilweise Verlegung ins Werk von Visp, das 1905 die Wasserkonzession erhalten hatte und bis 1909 (mit Elektrizitätswerk) erstellt worden war. Ab den 1910er Jahren begann die internat. Zusammenarbeit und Diversifizierung der Produkte (u.a. Dünger). Im Verlauf der Jahrzehnte erwarb die L. Besitz(anteile) an Dutzenden von Fabriken und Kraftwerken im In- und Ausland. In den 1960er Jahren war Visp ein wichtiger Produktionsstandort von PVC. 1964 wurde die Fabrik in Gampel stillgelegt (1999-2000 Abbruch). Das Werk in Visp stieg zum grössten Arbeitgeber des Oberwallis auf und bot ab den 1970er Jahren stets zwischen 2'500 und 2'800 Arbeitsplätze. 1966 eröffnete L. in Lalden eine Petrochemiefabrik, während die Karbidherstellung 1972 eingestellt wurde. 1974 übernahm die Alusuisse die L. 1999 kam es zur Gründung des Chemiekonzerns Lonza Group AG, der sich auf Feinchemikalien sowie zunehmend auf die Biotechnologie spezialisierte. 2005 zählte der Konzern 22 Forschungs-, Entwicklungs- und Produktionsstandorte sowie 6'300 Mitarbeitende weltweit, davon 2'600 in Visp.


Literatur
– C. Fux, L., 1997
– C. Fux, Visp, 2005, 165-186
– W. Bellwald, «Die L.», in Ein industriefeindl. Volk?, hg. von W. Bellwald, S. Guzzi-Heeb, 2006, 229-274

Autorin/Autor: Werner Bellwald