Société générale de surveillance (SGS)

1878 gründeten der aus Libau (heute Liepaja, Lettland) stammende Henri Goldstuck, Angestellter einer Exportfirma, und Johann A. Heinze, Hafenarbeiter in Rouen, im Hafen von Rouen eine Gesellschaft zur Kontrolle der Getreideladungen aus Osteuropa. Diese dehnte ihre Tätigkeit zunächst auf Antwerpen, London und Rotterdam aus, später auf den ganzen Kontinent und verfügte 1913 über 45 Zweigstellen. 1919 schloss Jacques Salmanowitz, Goldstucks Schwiegersohn, in Genf die Filialen zur Aktiengesellschaft SGS zusammen, die er bis 1966 leitete. Im 20. Jh. weitete die SGS ihre Inspektions- und Prüftätigkeit nach und nach auf den Handel mit Ölen, Fetten und Erzen sowie schliesslich auf alle Arten von Handelsgeschäften aus. 2008 umfasste der Konzern zehn Geschäftsfelder: Landwirtschaft, mineral. Rohstoffe (u.a. Erze, Kohle), Erdöl, Erdgas und Petrochemie, pharmazeut. Produkte, Konsumgüter, Zertifizierungen und Untersuchungsverfahren, Industrie, Umwelt, Motorfahrzeuge, Regierungen und Institutionen. Die SGS ist das weltweit führende Unternehmen im Prüfen, Testen, Verifizieren und Zertifizieren von Produkten mit 1'000 Zweigstellen und 340 Laboratorien in 143 Ländern. Es beschäftigte 2009 über 50'000 Angestellte und erwirtschaftete einen Umsatz von 4,7 Mrd. Fr.


Literatur
Les étapes de développement de la SGS, 1990
– J. Julliard, «La SGS, une affaire de famille à l'origine», in Analyses et perspectives 7, Juni 1990, Nr. 24
24 heures, 21./22.9.1996
Tribune de Genève, 9.9.1998

Autorin/Autor: Bénédict Frommel / EM