07/06/2002 | Rückmeldung | PDF | drucken

Appenzeller Bahnen (AB)

Das Unternehmen ging aus urspr. vier techn. unterschiedl. Betrieben hervor: der Appenzeller Bahn (AB), der Säntisbahn (SB), der St. Gallen-Gais-Appenzell-Bahn (SGA) und der Altstätten-Gais-Bahn (AG). Die AB ist die einzige realisierte Linie der Schweiz. Ges. für Lokalbahnen, die Randgebiete mit Meterspurbahnen erschliessen wollte. 1875 erfolgte die Eröffnung der Strecke Winkeln (St. Gallen)-Herisau-Urnäsch, 1886 die durch Finanzprobleme verzögerte Fortsetzung nach Appenzell. Da Herisau ab 1910 durch die Bodensee-Toggenburg-Bahn (BT) direkt mit St. Gallen verbunden war, erfolgte 1913 der Trasseebau nach Gossau (SG) und damit der Anschluss an die Linie nach Zürich. Gleichzeitig wurde die Strecke nach Winkeln stillgelegt. Die versch. ab 1875 erwogenen Projekte einer Säntisbahn auf Innerrhoder Seite konkretisierten sich einzig im 1912 gebauten Teilstück Appenzell-Wasserauen. Sie fusionierte 1947 mit der AB. 1889 eröffnete die Appenzeller Strassenbahnges. die Linie St. Gallen-Gais, die 1904 nach Appenzell weitergeführt wurde. Mit der 1911 errichteten Altstätten-Gais-Bahn erfolgte der Anschluss an das St. Galler Rheintal. AG und SGA fusionierten 1949. Die Strecke von St. Gallen nach Appenzell wurde 1931, jene von Gossau nach Appenzell 1933 elektrifiziert (alle übrigen sind es seit Betriebsbeginn). 1966-88 wurden alle Anlagen systemat. erneuert sowie -- mit einer Ausnahme -- alle Zahnstangen auf der Stammstrecke der SGA entfernt. Die A. dienen heute vornehml. dem Tourismus, bei sinkendem Güterverkehr in zunehmendem Masse dem Agglomerationsverkehr. 1988 wurden SGA und AB zu den Appenzeller Bahnen AG (Hauptaktionäre Bund, Kt. und Gem.) vereinigt.


Literatur
– J. Hardegger, Tradition und Fortschritt der Appenzeller Bahnen AB/SGA, 1981
– S. Müller, Die Gesch. der A., 1981, (mit Bibl.)
– J. Hardegger, 100 Jahre Gaiserbahn, 1989

Autorin/Autor: Hermann Bischofberger